Berichte 2005

Berichte 2005/01

26. März, Settimana Internationale - 5. Etappe
Es ist vorbei! Die erste Rundfahrt bei den Profis ist geschafft. Heute hatte ich nichts mehr drauf. Jede kleine Welle tat mir weh. Nach den Bergen musste ich jeweils wieder ins Feld hineinfahren, ein harter Kampf! Nicht aufgeben war meine Devise. Zum Schluss kam ich mit einem kleinen 'Grupeto' ins Ziel.

Nun folgt eine lange Reise quer durch Europa mit einer Nacht in der Schweiz, einer in Köln und einer in Gent (Belgien), bevor es am Dienstag wieder mit Rennen weiter geht. Na dann, gute Erholung!

25. März, Settimana Internationale - 4. Etappe
Eine weitere sehr anspruchsvolle Etappe mit einer Bergankunft, was nichts für mich war, ist hinter mir. Ich versuchte anfangs in eine Spitzengruppe zu gehen, doch das Tempo war sofort so hoch, dass es für mich nicht möglich war wegzukommen. Danach versuchte ich möglichst lange im Feld zu bleiben, um keine Probleme mit dem Kontrollschluss zu haben. Im Grossen und Ganzen fühlte ich mich heute gut, doch es ist mir recht, wenn die Rundfahrt vorbei ist.
24. März, Settimana Internationale - 3. Etappe
Kaum zu glauben, heute habe ich es fertig gebracht schon wieder zu stürzen! Bei der Verpflegung verteilte unser Masseur Taschen. Da ich relativ dicht nach einem Teamkollegen fuhr, war unser Masseur noch nicht bereit um mir auch einen Verpflegungssack zu geben. Da fuhr ich nahe zu ihm hin und er schwang die Tasche zu mir, so dass sich diese an meinem rechten Bremsschalthebel einhakte und mir den Lenker herumriss! Schande! Jetzt habe ich noch ein paar Schürfungen und Prellungen mehr.
Ansonsten war es eine ruhige Etappe bis aufs Finale, wo es dafür um so schneller war. Wir konnten Jan nicht optimal unterstützen. Dank seiner Klasse resultierte ein guter 5. Rang.
23. März, Settimana Internationale - 2. Etappe
Mein bisher längstes Rennen ist vorbei. Nach Programm waren es 206km, auf meinem Velocomputer 220! Das kommt öfters vor in Italien.
In der ersten Stunde kam das Tempo nie unter 50km/h! Danach beruhigte sich das Geschehen wieder etwas. Über die Berge im Finale wurde dann so richtig schnell gefahren. Ich versuchte so gut wie möglich über die Runden zu kommen, was bei dieser Distanz nicht einfach war. Nach dem Rennen folgte ein über Hundert Kilometer langer Transfer ins Hotel. Da freue ich mich schon aufs Bett!
Morgen versuchen wir mit Jan Svorada ein Topresultat rauszuholen.
22. März, Settimana Internationale - Etappe 1.2
Für das Mannschaftszeitfahren heute Nachmittag rechneten wir uns nicht viel aus. Unser Zeitfahrmaterial ist noch nicht vollständig eingetroffen. Vor dem Start sagten einige von uns, wir fahren nicht voll. Kaum gestartet, fuhren wir doch voll, also ich zumindest! Nur gebracht hat es uns nichts.
Die Schmerzen vom Sturz heute Morgen halten sich in Grenzen. Ich bin fleissig am Eis auflegen.
22. März, Settimana Internationale - Etappe 1.1
Heute ist echt was los. Schon um 6.30 Uhr wurden Stalder und ich auf unangenehme Art geweckt. Die UCI wollte von unserem Blut für eine Dopingkontrolle. Das gehört leider auch zum Metier.
Am Start zur ersten Halbetappe stand ein Weltklassefeld. 8 Runden mit einer kurzen Steigung mussten bewältigt werden. Ich kam in der letzten Runde gut über die Steigung und kämpfte mich nach vorne. Ca 5km vor dem Ziel gab es in einer Linkskurve eine Wellenbewegung nach aussen und ich ganz rechts fahrend flog in einen Zaun. Da war es vorbei. Als ich dann auf die Zielgerade fuhr lagen da diverse Fahrer die auf ein Krankenauto warteten; kein schönes Bild!
Mein rechter Oberschenkel schmerzt ein wenig, sonst bin ich heil davon gekommen.
20. März, Klingnau
Erster Podestplatz für unsere Mannschaft! Das Rennen lief gut für uns. Diverse Teams arbeiteten zusammen, um die Spitzengruppe auf der letzten Runde einzuholen. Wir setzten alles auf Jan Svorada. Für den Sprint war er gut platziert und so resultierte ein 3. Platz.
Meine Form ist wieder ein Stück besser geworden. Mit den nächsten Rennen sollte ich auf einen guten Rhytmus kommen.
13. März, Mendrisio
Nach rund der Hälfte des Rennens bildete sich eine rund 20 Mann starke Spitzengruppe, in der ich Unterschlupf fand. Das Team LPR war mit 5 Fahrern sehr stark vertreten. In der viertletzten Runde begannen diese, die Spitzengruppe zu sprengen, bis sie zu dritt wegfuhren. Ich konnte ihnen nicht folgen. Danach harmonierte der Rest der Gruppe nicht mehr und in der letzten Runde wurden wir sogar wieder von einem Teil des Feldes eingeholt. Im Sprint fehlte mir dann die Kraft und der nötige Biss.
Ich bin froh, die Gewissheit zu haben, auf dem richtigen Weg zu sein. Vielen Dank für die zahlreichen Hopprufe am Strassenrand, so macht es wirklich Spass, Rennen zu fahren.
9. März, Tessin
Gute Neuigkeiten für alle, die gerne Radrennen sehen und gerne ins Tessin gehen. Ich kann diesen Sonntag am Rennen in Mendrisio mit der Nationalmannschaft starten.
Im Tessin ist das Wetter optimal. Ich habe das Training wieder gesteigert. Nicht vergessen, am Freitag findet in Aadorf die Sportlerehrung statt!
5. März, Aadorf
Nach einer vom Training her gesehen eher ruhigen Woche, fahre ich morgen wieder ins Tessin. Leider habe ich dieses Wochenende kein Rennen. Bis am Donnerstag werde ich im Tessin nochmals an meiner Grundlagenausdauer arbeiten, um für die langen Profirennen bereit zu sein.
Am Freitag, 11. März findet im Gemeindesaal Aadorf um 19.30 Uhr die Wahl zum Aadorfer Sportler des Jahres 2004 statt. Es würde mich freuen, wenn ihr möglichst zahlreich erscheint. Der Eintritt ist frei.
27. Februar, GP Lugano
Der GP Lugano war erneut sehr anspruchsvoll. Ich fand leider den Tritt nie so richtig. Mit letztem Einsatz konnte ich mit dem ersten Feld auf die Zusatzschlaufe. Beim Anstieg Richtung San Salvatore hatte ich dann nichts mehr zu bestellen. Ich nahm einen Gang raus und fuhr etwas gemütlicher hinauf.
Zu Hause soll es noch mehr Schnee gegeben haben, was mich nicht gerade sehr glücklich macht. Mal sehen, was sich machen lässt.
26. Februar, GP ChiassoGuuuu26
GP Chiasso, ein ständiges auf und ab. Ich versuchte früh anzugreiffen, doch ich kam nicht weg. Von diesem Effort konnte ich mich nie mehr richtig erholen. Die Erkältung von letzter Woche machte mir auch noch ein wenig zu schaffen. Drei Runden vor Schluss musste ich die Segel streichen. Ein sehr schweres Rennen.
Nun hoffe ich mich gut zu erholen, denn morgen gehts wieder von neuem los.
24. Februar, Tessin
Seit gestern verweile ich im Tessin. Der riesige Schneeberg vor meiner Haustür hat mich nach nur fünf Tagen im eigenen Bett zur Flucht gezwungen. Leider habe ich mich am Ende des Trainingslagers in Riccione erkältet, doch es geht mir von Tag zu Tag besser und den Starts am Wochenende sollte nichts im Weg stehen.
15. Februar, Trofeo Laigueglia
So, das erste Profirennen ist überstanden. Es war für mich wie eine Weltmeisterschaft. Zumindest vom ganzen drum und dran des Rennens und von meiner Nervosität. Mit meinem Rennen bin ich im Grossen und Ganzen zufrieden. Ich kam im zweiten Feld ins Ziel. Zu Beginn des letzten Passes musste ich leider mein Vorderrad wechseln, da ich einem hinten rein fuhr, doch für die erste Gruppe hätte es auch ohne diesen Zwischenfall nicht gereicht. Das Finale war sehr nervös und brutal schnell! Ich muss noch viel und hart an mir arbeiten.
Nun gehts mit dem Auto quer durch Italien zurück nach Riccione und dann ende Woche endlich nach Hause!
13. Februar, Riccione Italien
Der Frühling ist angekommen hier in Riccione, doch so richtig geniessen konnte ich ihn noch nicht. Heute gab es den ersten 200er in diesem Lager und das mit einem Durchschnitt von über 34km/h. Dazu waren wir einmal höher als 800m über Meer. Ich bin froh, dass morgen eine lockere Ausfahrt auf dem Programm steht, zudem werden diverse Mannschafts- und Einzelfotos geschossen.
Am Dienstag werden Florian Stalder (mein Zimmerkollege) und ich Rennmässig ins Profimetier einsteigen. Es wird aufzeigen, wie gut ich das Trainingslager verkrafte... Mal sehen, wie weit ich komme.
6. Februar, Riccione Italien
Die erste Woche ist überstanden und ich fühle mich schon sehr müde. Trotz allem Übermut versuche ich die grosse Scheibe nun des öfteren rauszunehmen, damit die Muskulatur etwas weicher wird. Als mich Jan Svorada heute beim Training auf Italienisch fragte, wie es mir gehe, antwortete ich ihm, ich sei ein bischen müde. Darauf sagte er, das seien wir doch alle, es sei eben unsere Arbeit. Ich habe es zur Kenntnis genommen. Jan ist ein Phänomen auf dem Rad.
Ansonsten lebt es sich sehr gut hier. Mein neues Velo ist Spitze! Die Wäsche kann ich einfach vor mein Zimmer stellen und jeden zweiten Tag darf ich in die Massage. Was will man mehr ...
30. Januar, Riccione Italien
Nun geht die Saison 2005 richtig los. Am Freitag hatte ich meinen letzten Arbeitstag im Büro und heute bin ich schon ins 3-wöchige Trainingslager meiner Mannschaft in Riccione eingerückt. In dieser Zeit werden wir bereits das erste Rennen bestreiten. Zum ersten mal in meinem Leben werde ich mich voll und ganz auf den Radsport konzentrieren. Eine neue Herausforderung.

Speziellen Gruss an das ganze Team der Fritschi & Ehrhardt AG, meinem früheren Arbeitgeber.