Berichte 2005

Berichte 2005/02

5. Mai, UNIQA Classic - 3. Etappe
Auf der letzten Etappe hatte ich nochmals alle Hände voll zu tun. Zuerst musste ich bei einer Sprintwertung mit Zeitgutschrift für die ersten drei Fahrer den Mann kontrollieren, der im Gesamtklassement nur eine Sekunde hinter mir lag. Danach entwischte genau dieser in einer Spitzengruppe. Dank meiner Mannschaft konnten wir die Gruppe aber vor der nächsten Sprintwertung wieder einholen. Einen herzlichen Dank an dieser Stelle an das ganze Team, das mich super unterstützte an der UNIQA.
Am letzten Berg 20km vor dem Ziel folgte eine Attacke an der andern. Ich ging immer mit, wenn es einer der vorderen im Gesamtklassement versuchte. Es lief mir super! Ich konnte alle Rythmuswechsel mitgehen. Über den Bergpreis löste sich doch noch eine kleine Spitzengruppe. Es begann ein Verfolgungsrennen mit der Mannschaft des Leaders. Der Tacho viel kaum mehr unter 50km/h, doch der Abstand zur Spitze nahm nur leicht ab. Im Ziel waren es noch 14 Sekunden. Zwei aus der Spitze kamen nun im Gesamtklassement auf die genau gleiche Zeit wie ich. Die besseren Hundertstel entschieden schlussendlich zu meinen Gunsten. Zudem fiel ein Fahrer vor mir noch zurück, wodurch ich noch einen Rang im Gesamten gewann. Eine erfolgreiche Rundfahrt geht für mich zu Ende...
4. Mai, UNIQA Classic - 2. Etappe
Erneut ein schöner Tag, auch wenn das Wetter alles andere war. Ich konnte mich gut im Feld platzieren und hatte genau die Beine, die ich heute brauchte. In der Spitzengruppe war unser Team durch Kamil vertreten, eine optimale Ausgangslage. Zu Beginn des letzten Bergpreises habe ich attackiert, kam aber nicht weg. Beim Gegenangriff bildete sich eine kleine Gruppe, der ich zuerst auch folgte. Der Rythmus war aber zu hoch und ich wartete auf die nächste. Die Spitzengruppe mit Kamil wurde ein- und überholt. Nach dem Bergpreis schlossen wieder mehrere Fahrer zu meiner Gruppe auf. Zwei meines Teams machten nochmals Tempo, um die neue Spitze wieder einzuholen. Kurz vor dem Ziel gelang der Zusammenschluss. Im Sprint legte ich bei den letzten 300m auf der linken Strassenseite los und kämpfte mich auf den 3. Platz vor; ein geniales Gefühl!
Im Gesamtklassement habe ich mich auch noch verbessert, was will man mehr...
3. Mai, UNIQA Classic - 1. Etappe
Bald nach dem Start rissen zwei Fahrer aus. Mit dabei war auch mein Zimmerkollege Florian Stalder. Schon bei der ersten Steigung liess Stalder seinen Fluchtgefährten stehen! Danach folgte ein starkes Solo über ca. 120km. Im Feld kontrollierte die Mannschaft des Leaders das Geschehen. Nach dem Zusammenschluss zeichnete sich ein Massensprint ab. Ich mischte nicht mit, da ich heute nicht so gute Beine hatte.
Im Gesamtklassement habe ich noch einen Rang gewonnen. Stalder hat das Bergpreis- und das Sprinttrikot. Ein Supertag für unsere Mannschaft!
2. Mai, UNIQA Classic - Prolog
Am Morgen fuhr ich das erste mal auf meinem neuen Zeitfahrvelo und nur ein paar Stunden später war schon der erste Ernstkampf. Die Unterarmpolster mussten wir etwas verstellen, sonst passte mir das neue Velo gut. Vor dem Start hatte ich aber trotzdem dieses ungewisse Gefühl, ob alles klappen würde.

Kaum runter von der Startrampe fand ich sofort einen guten Rythmus. Alle Unsicherheiten waren verflogen. Ich hatte die 8km Strecke genau im Kopf und kämpfte um jede Sekunde. Beim Wendepunkt merkte ich, dass es eine gute Zeit gibt, da ich die hinter mir gestarteten später kreuzte, als diejenigen vor mir. Ich drückte nochmals voll drauf. Im Ziel war es der 8. Platz, doch noch folgten einige Konkurrenten. Als dann alle drin waren, stand ich auf Rang 10. Mein erstes Toptenresultat bei den Profis! Ich bin überglücklich und freue mich auf das weitere Rennen...

24. April, Giro del Appennino
Heute passte nichts zusammen. Die Trentinorundfahrt steckte mir noch zu tief in den Knochen. Ich fühlte mich schlecht, dazu dieses kaltnasse Wetter. In der ersten Abfahrt kam dann noch ein Sturz hinzu. Das war nicht mein Tag.
In einer Rechtskurve bremste der Fahrer hinter mir zu spät und rutschte dann, leicht versetzt zu mir, auf der Innenseite weg. Sein Velo prallte in meines, riss mich um und ich landete auf seinem Lenker...
Meine rechte Hand war etwas aufgekratzt und der rechte Ellbogen schmerzte. Zum Glück nichts schlimmeres. Ich sagte dem Sturzpiloten kurz meine Meinung und radelte weiter. Etwas später gelang mir auch wieder der Anschluss zum Feld. Doch die Moral war am Boden. Bei der Verpflegung beendete ich dann mein Rennen.
Nun brauche ich ein bisschen Erholung, danach eine konzentrierte Vorbereitung auf die nächsten Einsätze und dann könnte der Mai ein erfolgreicher Monat werden. Es folgen Rennen, die auf mich zugeschnitten sind.
22. April, Giro del Trentino - 4. Etappe
Zum Glück wurde heute nicht mehr von Beginn weg voll aufs Tempo gedrückt, denn mein Körper hat sich nicht gut regeneriert. Die Mannschaft des Leaders kontrollierte das Rennen, wodurch einerseits keine Fluchtgruppe entscheidend wegkam und andererseits zurückgefallene Fahrer wieder aufschliessen konnten. So resultierte am Etappenziel ein Massensprint. Es gelang mir eine recht gute Position einzunehmen. Auch der fast übliche Sturz befand sich hinter mir. Auf den letzten hundert Metern sprintete ich noch an einigen Konkurenten vorbei auf den 14. Rang.
Dieses Resultat ist gut für das Selbstvertrauen. Ich habe gespürt, dass in einer solchen Etappe viel möglich ist...
Das Kriterium von morgen muss ich nicht fahren. Es starten nur drei Leute pro Team. Den rennfreien Tag nutze ich um die Batterien bisschen aufzuladen, den diese sind jetz leer!
21. April, Giro del Trentino - 3. Etappe
Es lief heute nicht wie ich es mir vorstellte. Das Tempo war von Beginn weg enorm hoch. Man liess keine Fluchtgruppe gewähren. Durch den hohen Rythmus wurde das Feld schon am ersten Berg völlig aufgesplittet. Ich fand keinen flüssigen Tritt und landete in der zweiten Gruppe. Zu meinem Erstaunen schlossen wir nach knapp 100km, direkt vor der letzten Steigung, wieder zur ersten Gruppe auf. Über diesen Berg liefs etwas besser, aber ganz vorne weht ein anderer Wind.
Wenn es mir morgen läuft möchte ich es nochmals probieren.
20. April, Giro del Trentino - 2. Etappe
Der schwerste Brocken ist geschafft. Nun habe ich rund 3000 Höhenmeter in den Beinen. Das fühlt sich nicht gut an :-l
Mit meiner Leistung bin ich zufrieden. Es lief mir heute besser als gestern. Ich bin gespannt, was ich morgen noch drauf hab. Wenn ich mich gut erholt habe, versuche ich in eine Fluchtgruppe zu gehen.
19. April, Giro del Trentino - 1. Etappe
Die erste Etappe war nicht auf mich zugeschnitten. Sie endete mit einer 11km langen Bergankunft. Da ich nicht aufs Gesamtklassement fahre, versuchte ich möglichst sparsam ins Ziel zu kommen.
Morgen werde ich erstmals rennmässig über einen rechten Pass fahren. Das heisst, es sind gleich zwei Tausender im sehr anspruchsvollen Etappenprofil.
17. April, Giro d'Oro
Meine Form steigt weiter an. Die Strecke führte den ganzen Tag rauf und runter. Die Steigungen waren nicht so steil, was mir als Roller entgegen kam. Durch Pache waren unsere Teamfarben in der dreier Spitzengruppe vertreten, die rund 100km vorne war. Das war eine gute Ausgangslage für uns.
Das Feld wurde mit der Zeit immer kleiner. Ich konnte mich bis zum letzten Berg 15km vor dem Ziel an der ersten Gruppe festbeissen. Wir waren noch ca. 35 Fahrer. Als dann die 'Berggeissen' attackierten, konnte ich nicht mehr folgen...
Nach den Rennen im Norden viel es mir einfacher vorne im Feld zu fahren. Das Gerangel um die Positionen ist in Italien nicht so extrem wie in Holland oder Belgien.
9. April, Ronde van Drenthe
Ein solches Rennen bin ich noch nie gefahren! Wege schmaler als ein Auto, eine Kurve an der anderen und Naturstrassen aus Brechsteinen. Die Fahrer waren schon während dem neutralisierten Start hypernervös und so ereigneten sich zahlreiche Stürze. Ich startete ohne Ambitionen in diesen Wettkampf und hielt mich im hintersten Teil des Feldes auf. Nach einem Massensturz landete ich folglich in einer abgehängten Gruppe. Bei der Verpflegung war dann Schluss, schliesslich wollte ich den Heimflug nicht verpassen.
7. April, GP Pino Cerami
Ein sehr starker Wind war auf den ersten 100km die Hauptschwierigkeit an diesem Rennen. Die Strecke führte in alle Himmelsrichtungen. Es war ein ständiger Kampf um eine gute Position im Feld. Am Schluss mussten wir noch 5 Runden mit 2 kurzen, aber ruppigen Steigungen absolvieren. Das Feld wurde immer kleiner und splitterte sich in Gruppen auf.
I
ch kam gut über die Runden, hatte schönen Druck auf dem Pedal. Die paar Tage zu Hause taten mir gut. Ich weiss gar nicht genau an welcher Stelle ich ins Ziel kam. Wichtig war für mich vor allem überhaupt dahin zu kommen.
2. April, Hel van het Mergelland
Heute startete ich unplanmässig noch an einem Rennen in Holland. Mein Ziel war allerdings bereits die Verpflegung nach 100km. Bis dahin galt es nochmals zu leiden. Meine Beine sind nicht mehr gut. Ich fühle mich noch geschwächt von de Panne.
Nach 2 Wochen Rennen an Rennen gilt es sich zu Hause nun zuerst gut zu erholen und dann auf die nächsten Rennen vorzubereiten.
31. März, 3 Tage von de Panne
War leider nichts mit einer guten Nacht. Ich habe kaum geschlafen und musste mich drei mal übergeben! Nach Absprache mit meinem sportlichen Leiter beschloss ich heute nicht mehr zu starten. Zuerst dachten wir es läge am Essen im Hotel, da es zwei anderen von unserer Mannschaft gleich erging. Am Start zur Etappe standen allerdings nicht mehr so viele Fahrer. Anscheinend muss gestern irgendwo auf einem 'Kuhweg' grober Dreck gelegen haben, was einigen nicht so gut bekam.
30. März, 3 Tage von de Panne - 2. Etappe
Ich bin kaputt. 230km mit Regen! Am Ende fiel ich sogar vom Feld ab. Morgen gehts früh mit der ersten Halbetappe weiter. Na dann, gute Nacht...
29. März, 3 Tage von de Panne - 1. Etappe
Belgien ist eine andere Radsportwelt als Italien. Die Rennen sind extrem unruhig. Viele Richtungsänderungen, schlechte Strassen, Wind und wie heute, zwischendurch wieder mal Regen. Während dem ganzen Rennen musst du um eine fordere Position im Feld kämpfen.
Aufs erste Pavé bei km 90 kamen ca 30 Fahrer mit 30 Sekunden Vorsprung. Dahinter war im Feld das Chaos los! Kurz vor der Einfahrt ins Pavé kam es zum Massensturz. Nach 20 Fahrern war die Strasse blockiert. Ich konnte zu Fuss links um den Haufen gehen, aber die Lücke nach vorne war schon zu gross. Die 20 Fahrer schlossen zu der 30-er Spitzengruppe auf und dahinter ging nichts mehr. Alle Mannschaften hatten einen Fahrer vorne, ausser wir, doch wir sind zu wenig stark um da etwas auszurichten.
Meine Beine waren heute wieder besser, aber ich habe mich nicht vollständig von der Settimana Internationale erholt.