Berichte 2005

Berichte 2005/03

16. Juli, Tour de Qinghai Lake - 1. Etappe
So ein Radrennen habe ich noch nie erlebt! Das ist die Tour de France Asiens. Es begann mit einer bunten Eröfnungszeremonie wie man es von Welttitelkämpfen kennt. Der angrenzende Berg diente als Tribüne für 10 Tausende von Zuschauern. Das Bild erinerte mich an die Formel 1. Die Begeisterung der Leute ist grenzenlos. Sie fotografieren uns und freuen sich riesig über ein Autogramm. Mit diesem Rennen hat ein Volksfest begonnen. Auf der ganzen Strecke säumten Zuschauer den Strassenrand. Ich schätze es waren über eine Million!
Beim Rennen selbst liefs mir nicht so gut. Die Hitze war recht drückend und die Luft in der Stadt war schwer zu atmen. Dazu merke ich die Höhe durch erhöhten Puls. Das Ziel erreichte ich im Feld.
12. Juli, Reise nach China
Heute Morgen landete ich in Peking. Dort verweilen wir einen Tag im Hotel, bevor wir nach Xining zu meinem nächsten Etappenrennen weiterfliegen. Ein Abenteuer, dass für mich fast ins Wasser fiel...
Während meinem Höhentrainingslager auf dem Berninapass hatte ich alle Unterlagen für den Visaantrag nach China zu Hause bereitgelegt. Einzig die Einladung vom Veranstalter fehlte mir. Da teilte mir mein Teammanager mit, er hole alle Visa in Tschechien und brauche darum sofort meinen Pass. Von zu Hause aus sendeten wir ihn express eingeschrieben per Post. Ein grosser Fehler wie sich im nachhinein herausstellte. Mein Pass kam nicht an. So musste ich am Sonntag meinen Pass bei der Polizei als verloren (und somit ungültig) melden. Dadurch gab es ein Papier, womit ich am Montagmorgen um 8 Uhr auf der Gemeinde Aadorf ein Antragsformular auf einen provisorischen Pass ausfüllen konnte. Mit diesem Formular ging ich nach Frauenfeld, um den prov. Pass ausstellen zu lassen. Um 10 Uhr war Termin bei der chinesischen Botschaft Zürich, um am selben Tag das Visa zu bekommen. Dort stand ich zwei Stunden lang herum und um 12 Uhr hatte ich endlich mein Visum. Damit reichte es auf den 13 Uhr Zug in Zürich, um gerade noch rechtzeitig am Flughafen in Frankfurt anzukommen...
Das war so viel Stress, dass ich vom Abflug in Frankfurt gar nichts mehr mitbekommen habe. Aber ich denke es hat sich gelohnt, schliesslich hat man nicht jeden Tag die Möglichkeit nach China zu fliegen.
26. Juni, Schweizermeisterschaft Strassenrennen
Aufgrund des Rennverlaufs der Strassen-SM in den letzten Jahren habe ich auch dieses Jahr auf eine frühe Spitzengruppe spekuliert, die das Rennen macht. Natürlich musste ein starker Phonakfahrer dabei sein. In der 3. Runde von 14 fand ich unterschlupf in einer vielversprechenden Kopfgruppe, da mit Moos der erwähnte Phonakmann und mit Strauss noch ein Gerolsteiner dabei war. Mein Teamkollege Stalder und zwei Amateure verfolständigten die Spitze. Wir konnten den Vorsprung gegenüber dem Feld gut kontrollieren, doch die Flucht wurde lang und länger und die Kräfte schwindeten. Als von hinten Elmiger mit Zberg zu uns aufschlossen, kam frischer Wind in die Gruppe und wir bauten den Vorsprung entscheidend aus.
Als in der 3. letzten Runde Moos mit Strauss wegfuhr entstand eine ungünstige Konstelation für Stalder und mich. Wir hatten beide nicht die Kraft, um mit diesen Zwei mitzugehen. Da nun Elmiger und Zberg als Teamkollegen der zweier Spitze nicht mehr führten, lag die ganze Arbeit bei uns. Der eine Amateur führte gar nicht und der andere konnte nicht recht. So fuhren wir bis zur Steigung und dann attackierten Elmiger und Zberg, wodurch Stalder und ich zurück fielen. Ärgerlich war, dass die Amateure zuerst nicht recht mitführten und nun mit Zberg und Elmiger wegfuhren. Die letzten 2 Runden absolvierten Stalder und ich noch mit einem möglichst hohen Rythmus, womit wir uns noch vor dem Feld ins Ziel retten...
Danke an alle, die mich so lautstark angefeuert haben. Es war für mich ein sehr schönes Rennen und ich hoffe es hat euch auch Spass gemacht!
Die nächsten zwei Wochen bin ich im Höhentrainingslager. Danach fliege ich, wenn alles klapt, am 11. Juli nach China zu meinen nächsten Renneinsätzen.
24. Juni, Schweizermeisterschaft Zeitfahren
Meine Befürchtung, dass ich gegen Ende des für mich ungewohnt langen Zeitfahrens einbreche, stellte sich als Gegenteil heraus. Die erste Hälfte der Distanz fand ich weder den Rythmus noch die richtige Übersetzung. Erst die letzte von 3 Runden hatte ich schön Zug drauf. Schade starteten ein paar aus der Protour, die auf der Startliste waren, nicht zum Rennen. Ich hätte gern mehr Vergleiche mit diesen Fahrern gehabt. Am Sonntag um 11 Uhr ist der Startschuss zum Strassenrennen. Bei diesen Temperaturen wird es ein ganz heisses Rennen.
12. Juni, Tour of Slovenia - 4. Etappe
Die Schlussetappe hatte es nochmals in sich. Entweder wehte uns der Wind auf die Kante oder die Strecke führte auf schmalen Wegen rauf und runter. Das Feld wurde immer wieder auseinandergerissen, doch die meisten Fahrer schlossen wieder auf. Ich hielt mich stets im ersten Feld auf, aber meine Beine drehten schlecht. Im Sprint arbeiteten wir für Michal, da Svorada das Rennen aufgab. Bis auf den letzten Kilometer konnten wir uns gut positionieren, danach wurden wir etwas überrumpelt. Schade, dass uns kein besseres Teamresultat gelang.
Nach der Zielankunft um ca 18 Uhr und einer Dusche, reisen wir sofort mit dem Auto durch Österreich und Deutschland wieder nach Hause in die Schweiz zurück. Die Rennvorbereitung auf die Schweizermeisterschaften ist somit vorbei. Ich hoffe viele Fans am Freitag 24. oder Sonntag 26. Juni in Cham an der Strecke zu sehen und zu hören.
11. Juni, Tour of Slovenia - 3. Etappe
Die Königsetappe endete mit einem 13km Schlussanstieg mit 1000m Höhendifferenz.
Ich versuchte zu Beginn der Etappe in einer Fluchtgruppe weg zu fahren, doch die Teams mit den starken Bergfahrern kontrollierten das Geschehen und liessen nur 3 Fahrer ziehen. Im Schlussanstieg konnte ich nicht lange mit der Spitze mitfahren. In den steilen Rampen musste ich meinen Rythmus hinauffahren. Morgen haben wir zum Abschluss nochmals eine Etappe, die mir mehr zusagt.
10. Juni, Tour of Slovenia - 2. Etappe
Heute ging es nach Österreich in die Berge. Bis zum letzten Berg ca. 25km vor dem Ziel war das Tempo angenehm regelmässig. Dann wurde richtig schnell gefahren. Die ersten Rampen waren sehr steil, danach wurde es etwas flacher. Nach anfänglichen Problemen, kam ich immer besser in Schwung. Vom Bergpreis waren es noch 17km Abfahrt. Ich versuchte den Sprint für Petr vorzubereiten. Bei den letzten 2km fuhren wir nach vorne. Als ich mich beim letzten Kilometer umsah, war er leider nicht mehr zu sehen. Da versuchte ich noch das Optimum rauszuholen.
9. Juni, Tour of Slovenia - 1. Etappe
Ein starker Wind und kurze, aber sehr steile Anstiege machten die Fahrt im Feld sehr unruhig. Trotz diversen Attacken konnte sich keine Gruppe so richtig absetzen. Am Schluss hatten wir drei Zusatzrunden mit einem Anstieg etwa 5km vor dem Ziel. Ich fühlte mich gut und fuhr in der letzten Runde ganz vorne in den Berg. Über den Kulminationspunkt setzte ich mich mit 4 Fahrern vom Feld ab. Ein Etappensieg schien in Griffnähe. Die Flucht endete aber leider 2km vor dem Ziel. Das Feld brauste wieder heran. Da ich keinen Teamkollegen sah, versuchte ich doch noch zu sprinten. Ein Massensturz 1.5km vor dem Ziel in einer Linkskurve zwang mich vom Velo zu springen. Nun war es endgültig vorbei...
7. Juni, Kriterium Villingen
Trotz schlechtem Wetter war eine super Stimmung am Kriterium. Das Rennen durch die Einkaufsstrassen lief bis in die Nacht hinein. Flutlichtanlagen ermöglichten dieses aussergewönliche Spektakel.
Ich konnte mit einer Gruppe einen Rundengewinn rausholen, hielt mich sonst aber zurück. Auf den nassen Strassen wollte ich nicht zuviel riskieren.
Heute geht die Reise weiter nach Slovenien, mein letztes Rennen vor den Schweizermeisterschaften.
5. Juni, GP Gippingen
Es machte riesen Spass wieder einmal in der Schweiz zu fahren. Die Stimmung am Strassenrand war super. Vielen Dank für die zahlreichen 'Hopp'-Rufe!
Das Rennen lief recht gut für mich. Anfangs hatte ich Probleme mit meinem Hinterrad. Eine Speiche löste sich, wodurch das Rad immer schlechter drehte. Zuerst bemerkte ich nichts und fuhr verbissen weiter, bis mich einer darauf aufmerksam machte. Nachdem unser Teammechaniker das Rad gewechselt hatte, musste ich noch einmal anhalten, um die Bremse zu zentrieren. Zum Glück war das Tempo im Feld noch gemütlich.
Als sich am Berg nach der Hälfte des Rennens eine gut besetzte Spitzengruppe bildete, konnte ich leider nicht folgen. Die letzten Runden zeigten mir, dass meine Form gut ist. Obwohl ich noch nicht oft so lange Rennen hatte, konnte ich bis am Schluss vorne im Feld fahren und noch einen schönen Sprint hinlegen. Ich hätte mich gern etwas mehr gezeigt, aber schlussendlich bin ich zufrieden wie es lief.
4. Juni, GP Schwarzwald
Nach drei Wochen endlich wieder mal ein Rennen. Der Motor hat noch etwas gestockt, doch meine Konzentration gilt dem morgigen Rennen in Gippingen. Nach 4 von 7 Runden verabschiedete ich mich auf der steilen Rampe vom sehr klein gewordenen Feld. Nun hoffe ich morgen einen guten Tag zu erwischen und euch zahlreich am Strassenrand zu sehen.
15. Mai, Rheinland-Pfalz Rundfahrt - 5.Etappe
Die letzte Etappe verlief recht ruhig. Es bildete sich früh eine 10 Mann Spitzengruppe. Dabei war auch Kamil von uns. Im Feld kontrollierte das Team des Leaders das Tempo. Hinauf zu den letzten 2 Bergpreisen haben sich die Gesamtklassementsersten dann nochmals duelliert, doch der Hauptteil blieb zusammen. Auf den letzten Kilometern mussten wir nochmals Tempo machen, damit der Vorsprung der 10er Spitzengruppe nicht zu gross wurde und Stalders 9. Platz im Gesamtklassement nicht in Gefahr kam.
Alles ging gut.
14. Mai, Rheinland-Pfalz Rundfahrt - Etappen 4a + 4b
Ausgerechnet heute, als wir zwei Halbetappen hatten, musste es regnen. Es war ein langer Tag ...
Am Morgen lief es mir nicht so gut. Ich tat mich schwer auf der Windkante. Aus dem Sprint halt ich mich raus.
Am Nachmittag war ein 25km langes Einzelzeitfahren. Anfangs fand ich keinen guten Rythmus, doch mit der Zeit gings immer besser. Am Ende verlor ich knapp 2min auf die Bestzeit. Mein erster Vergleichswert mit den Topzeitfahrern fällt positiv aus. Mein Tag war aber noch nicht zu Ende. Die UCI loste mich für eine Dopingkontrolle aus :-(
Morgen ist zum Abschluss nochmals eine lange Etappe. Unser Hauptziel wird die Verteidigung des 9. Gesamtrangs von Florian und vielleicht liegt nochmals ein guter Etappenrang drin.
13. Mai, Rheinland-Pfalz Rundfahrt - 3. Etappe
Ein weiteres Topten Resultat ist geschafft. Im Aufstieg zum ersten Bergpreis wurde das Feld geteilt. Ich fuhr zu weit hinten in den Berg und musste hart kämpfen, um den Anschluss nicht zu verpassen. Danach war ich ziemlich platt. Meine Teamkollegen schauten auf Ausreissergruppen und ich konzentrierte mich auf den Sprint. Vana von meinem Team brachte mich in eine gute Position. 500m vor dem Ziel fuhren Gegner links und rechts an mir vorbei, wodurch ich einen Moment eingeklemmt war und einige Plätze verlor - schade!
12. Mai, Rheinland-Pfalz Rundfahrt - 2. Etappe
Heute war nicht nur die längste Etappe, es stand auch noch das Dach der Tour auf dem Programm. Als zusätzliche Schwierigkeit wehte ein kräftiger Wind. Wir versuchten uns immer vorne im Feld zu positionieren, falls es auseinander fällt. Nebst zwei Spitzenfahrer, die vor dem Ziel wieder eingeholt wurden, blieb alles zusammen. Im Sprint musste ich ca. 1.5km vor dem Ziel voll in die Eisen, da ich um Haaresbreite mit einer Insel kollidierte. Dadurch waren die Chancen auf einen guten Etappenrang dahin.
11. Mai, Rheinland-Pfalz Rundfahrt - 1. Etappe
Das Rennen verlief sehr hektisch. Ein Angriff folgte auf den nächsten. Es bildeten sich verschiedene Gruppen, doch keine kam entscheidend weg. Etwa 40km vor dem Ziel waren dann fast alle Teams in einer Spitzengruppe vertreten. Die Sache war gelaufen. Von unserem Team war Florian Stalder vertreten. Er holte einen sehr guten Etappenrang heraus. Nun versuchen wir ihn im Gesamtklassement möglichst gut zu platzieren.