Berichte 2005

Berichte 2005/05

21.Dezember, Training in San Nicolo, dem Sitz des Teams LPR
Bei recht kühlen, aber meist sonnigen und vor allem schneefreien 5-10 Grad, spulte ich in den letzten Tagen meine ersten Kilometer auf meinem neuen Guerciotti Carbonvelo ab. Es gefällt mir sehr gut und ich habe mich an die neue Sitzposition gewöhnt. Vier Fahrer des Teams wohnen in der Nähe, dazu kommen jeweils noch ein bis zwei Fahrer aus anderen Mannschaften, so sind wir ein schönes Grüppchen zum Trainieren. Was mich zur Zeit noch fast mehr ermüdet als das Training, ist das Konzentrieren um einige italienische Wörter zu verstehen ;-)

Ich wünsche allen schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

5.- 7. Dezember, Teamtreffen in Riccione
Die neue Saison ist lanciert! Ich hoffe alle Berichteleser hatten eine schöne Zeit, in der sie meine Homepage nicht vergessen haben!
In Riccione fand mein neues Team LPR erstmals zusammen. Ausser einem Australier, der nicht extra eingeflogen wurde, waren alle dabei. In einer lockeren Atmosphäre ohne Rennstress haben wir Kleider probiert, medizinische Checks gemacht und über die ersten Renneinsätze gesprochen. Mein Saisonauftakt wird voraussichtlich in Malaysia sein.
Ja, gesprochen wurde sehr viel und verstanden habe ich nur wenig. Der Höhepunkt war das Rollout mit meinem neuen Arbeitsgerät. Sie haben mir einen längeren Vorbau und einen breiteren Lenker montiert. Daran muss ich mich erst noch gewöhnen. Sonst ist mein erstes Carbonvelo wunderschön.
Nun nutze ich die Zeit bis Weihnachten, um in der Toscana eine erste gute Trainingsbasis zu legen...
25. September, Saisonanalyse
Am Samstag startete ich noch kurzfristig am Paarzeitfahren Bad Zurzach. Nun ist meine Saison 2005 abgeschlossen. Dadurch, dass ich ein Team für meine Weiterentwicklung gefunden habe, bin ich mit meiner ersten voll professionellen Saison durchwegs zufrieden. Zum Einen hat sich der riesen Respekt vor den grossen Namen etwas gelegt, zum Andern habe ich aber auch gesehen, wie weit der Weg an die Spitze noch ist. Dazu habe ich viel, sehr viel gelernt. Die Vorbereitung auf die neue Saison werde ich früher beginnen als dieses Jahr. Zuerst geht es aber noch ab in die Ferien und danach beziehe ich mein neues zu Hause!
Im nächsten Bericht werdet ihr mehr über meine neue Mannschaft erfahren. Aber wie geschrieben, wird bis dahin ein Weilchen vergehen...
18. September, GP Isbergues
Auch beim letzten Renneinsatz für diese Saison konnte ich mich einer guten Kondition erfreuen. Der Parcours in Nordfrankreich führte über schmale Wege, kurze Steigungen und beinhaltete tausende Richtungsänderungen. Dadurch war das Rennen vom Start weg sehr nervös und schnell. Während den ganzen 200km wurde ein hoher Rythmus gefahren. Verschiedene Gruppen lösten sich vom Feld und wurden wieder eingeholt. Ich konnte das hohe Tempo gut mithalten.
Zum Ende löste sich eine knapp 15 Mann starke Gruppe, die leider nicht mehr eingeholt wurde. Mir gelang zum Abschluss der Saison nochmals ein guter Sprint...
11. September, GP Fourmies
Auch dieses Rennen war gut auf mich zugeschnitten. Das Tempo war wieder vom Start weg sehr hoch. Die meisten Topteams stiegen mit anderen Fahrern als gestern ins Rennen. Gewonnen hat jedoch derselbe wie gestern. Ich merkte schnell, dass meine Batterien nach dem langen Rennen gestern nicht vollständig aufgeladen waren. Nur ganz kurz gingen meine Beine auf, nach etwa 80km. Danach hatte ich einen komisch leeren Bauch und nach 150km stieg ich vom Rad.
Nächsten Sonntag ist mein letzter Start für dieses Jahr bzw. für eD'system, nochmals ein Rennen in Frankreich.
10. September, Paris-Brüssel
Mit fast 230km stand mein bisher längstes Eintagesrennen auf dem Programm. Da ich nicht wusste, wie ich über die Distanz komme, versteckte ich mich anfangs im Feld. Die ersten 100km gingen wie ein Blitz vorbei. Dies jedoch keines Falls ring. Mein Tacho schwankte meist zwischen 50-60km/h! Oft orientierte ich mich nur noch am Hinterrad des Vordermanns. Danach setzten sich endlich 4 ab. Ihr Vorsprung war im nu auf 14min und das Tempo im Feld wurde wieder angezogen, so dass die Kilometer vorbeiflogen.
Die Ausreisser wurden wieder gestellt und es wurde immer nervöser Richtung Ziel. Auf den letzten 20km hatte es noch 3 Rampen im Profil. Das Feld bröckelte in Gruppen, doch die Meisten kamen wieder zusammen. Nach der letzten Steigung fuhr ich im Faden und versuchte mich Platz um Platz nach vorne zu arbeiten. Das Tempo war nun bei 60-70km/h! Auf der Position, auf der ich in den Sprint fuhr, blieb ich auch bis ins Ziel...
Mit diesem Rennen bin ich sehr zufrieden. Ich kam gut über die Distanz.
8. September, Izegem Provinz Meisterschaft
Dies war kein UCI-Rennen, aber trotzdem recht gut besetzt. Wir mussten 17 Runden a knapp 10km auf einem Stadtrundkurs zurücklegen.
Schon früh bildete sich eine grosse Spitzengruppe, die bis zum Ziel durchkam. Dahinter wurde im Feld immer wieder attackiert. Nach rund der Hälfte konnte ich mich mit ca. 25 Fahrer vom Feld lösen. Nachdem ich einsah, dass wir die Spitze mit unserer Gruppe nicht mehr einholen, fuhr ich in der zweitletzten Runde mit einem weiteren Fahrer weg. 3km vor dem Ziel wurden wir leider wieder eingeholt, doch es war ein gutes Gefühl.
7. September, Memorial Rik van Steenbergen
Nach 3.5 Wochen konnte ich heute erstmals wieder 200km rennmässig fahren. Meine Form ist in Ordnung.
Die Strecke beinhaltete einen langen Pavéabschnitt, aber sonst keine topographischen Schwierigkeiten. Wichtig war es immer 100% bei der Sache zu sein wegen all diesen Verkehrsberuhigungen, Richtungsänderungen und Strassenfugen. Typisch belgisch eben...
Das Rennen war durch den flachen Parcour sehr schnell. Ich konnte den Rythmus lange Zeit gut mitgehen. Bei den entscheidenden Attacken im Finale hatte ich aber nicht mehr genügend Reserven um mitzusteigen und blieb im Feld zurück.
4. September, GP Jef Scherens
Das Glück stand nicht auf meiner Seite. Schon sehr früh funktionierte mein rechter Schalthebel nicht mehr und so konnte ich nur mit dem kleinsten hinteren Ritzel auf der grossen oder kleinen Scheibe fahren. Da unser Team weder Mechaniker noch Ersatzmaterial dabei hatte, war es eine hoffnungslose Situation. Ein weiteres Rennen zum vergessen :-(
Da kann es nur besser werden...
26. August, Vertrag mit Team LPR
Nach einer intensiven Verhandlungsphase konnte ich soeben einen Zweijahresvertrag bei der italienischen Continental Professional Mannschaft "Team LPR " unterschreiben. Dieses Team fährt in der gleichen Liga wie meine jetzige Mannschaft eD'system, also direkt unter der Pro Tour. Mit der einen oder andern Wildcard und guten Leistungen innerhalb des Teams meinerseits sind sogar Einsätze in der Pro Tour möglich. So fuhr die Mannschaft dieses Jahr Mailand-San Remo und jetzt im Oktober noch die Lombardei Rundfahrt. Dieses Team gibt mir die Möglichkeit und das Vertrauen, mich behutsam aufzubauen. Der Sitz des Teams befindet sich in Piacenza, gut 500 km südlich von hier. Dort haben sie ein Haus für die Fahrer, die weit weg wohnen. Ich werde mich also die nächste Zeit des öfteren dort aufhalten.

Weitere Informationen zum Team findet ihr unter www.teamlpr.com

Ich freue mich auf die Zukunft und beginne schon mal meine Italienischkenntnisse zu vertiefen...