Berichte 2006

Berichte 2006/01

1. April, Mergelland
Mein Nordblock ist mit einem Höhepunkt zu Ende gegangen. Khalilov hat das Rennen von Mergelland gewonnen, bei dem wir als Mannschaft überzeugten!
Nach dem Start bildete sich eine Spitzengruppe, in der Traficante von uns war. Eine Schrecksekunde erlebten wir, als dieser plötzlich mit einer Muskelverkrampfung am Strassenrand stand! Nun waren wir zum Handeln gezwungen, doch zuerst musste ich mein plattes Vorderrad wechseln. Als ich wieder aufschloss, bereiteten wir eine Attacke für Michele und Khalilov vor. Mit Vollgas in die Steigung hinein und weg waren die Zwei. Doch kaum gestartet, hatte Michele ein plattes Rad! Die Aktion hatte kein Erfolg. Nun beschlossen wir, das Loch zu zufahren. Als ganzes Team für einen opferten wir unsere Kräfte. Ich klinkte als Drittletzter aus und Michele fuhr das Loch dann noch ganz zu.
Im Sprint setzte sich Khalilov durch und realisierte nach Mendrisio (ohne mich) bereits den 4. Saisonsieg für LPR!
Für mich gibt es leider auch einen kleinen Rückschlag. Meine Verletzungen werden bis Roubaix nicht vollständig heilen und dadurch werde ich nicht am Start stehen. Trotzdem vielen Dank für das fleissige Stimmen auf der Teampage, an dem lag es nicht ;-)
Ein kleiner Rückschlag schreibe ich, weil ich mich nun ruhig auf die Tour de Romandie vorbereiten darf. Das ist für mich eine riesige Motivation! Dort sehe ich hoffentlich viele von euch am Strassenrand...
30. März, 3 Tage von de Panne - 4. Etappe
Da viele am Morgen aufgaben, durfte ich doch noch zum Zeitfahren starten. Es wurden 120 Fahrer zugelassen, bei denen ich nach dem gestrigen Gesamtklassement nicht dabei gewesen wäre. Ambitionen hatte ich keine, da übermorgen schon das nächste Rennen ansteht und ich mich bis dahin möglichst gut erholen muss.
Es freut mich, dass ich es dieses Jahr bis ins Ziel dieser schweren Rundfahrt geschafft habe und dies mit den Verletzungen der letzten Stürze. Dies ist gegenüber des letzten Jahres, als ich nur zwei Tage überstand eine deutliche Steigerung.
30. März, 3 Tage von de Panne - 3. Etappe
Nach einer kurzen Nacht starteten wir um 9 Uhr früh zur ersten Halbetappe. Der starke Wind machte das Rennen erneut sehr schwer. Meine Beine drehten nicht gut. Nach der langen Etappe und meiner aktiven Fahrweise gestern, war die Zeit zur Erholung zu kurz. Es erging auch vielen andern so...
Als es Richtig auf die Kante ging bildete sich bald eine recht kleine Spitzengruppe und ein grosses Feld, indem auch ich gemütlich ins Ziel fuhr.
29. März, 3 Tage von de Panne - 2. Etappe
Heute liess ich viele Körner um in einer Spitzengruppe unter zu kommen. Leider gelang es nicht, mich über längere Zeit vom Feld zu lösen.
Danach gab es auf dem feuchten Pave einen riesen Massensturz. Ich konnte zum Glück abbremsen! Unser Leader war auch hinten und wir mussten ihn wieder nach vorne bringen. Dies kostete erneut einige Körner.
Als es dann gegen Ende auf die Kante ging, fand ich mich bald im Gruppetto wieder. Die letzten der 227 Kilometer wurden richtig lang. Ich hoffe auf eine gute Erholung, den morgen geht es schon früh wieder weiter...
28. März, 3 Tage von de Panne - 1. Etappe
Mein Hauptziel heute habe ich erreicht. Ich wollte vor allem ohne weitere Probleme durchkommen. Dies war wichtig für meine Sicherheit auf dem Rad. Ich fühle mich langsam wieder wohl beim Treten. Die Schmerzen haben sich "normalisiert", den ohne Schmerzen kommst du auf dem Rad nicht vorwärts.
Ich kam im Grupetto ins Ziel. Das Rennen machten andere. Morgen fühle ich mich hoffentlich noch etwas besser, denn an den Rennrythmus hier oben in Belgien habe ich mich jetzt gewöhnt.
26. März, Brabantse Pijl
Die Schmerzen haben über Nacht etwas nachgelassen. Ich wollte unbedingt starten, da ich die Rennkilometer auch als Training brauche.
Es bildete sich bald eine Spitzengruppe, doch das Quick-Step Team war mit dieser Situation nicht zufrieden. Sie führten wehement nach. Der Tacho zeigte über längere Zeit 55-60km/h. Ich war weit vorne in der Perlenkette und musste mein Letztes geben, um nicht reissen zu lassen. Mit dem unverletzten rechten Bein war ich nahe an Krämpfen. Vermutlich habe ich das verletzte linke Bein unbewusst entlastet. Als die Spitzengruppe eingeholt wurde, ging gleich die nächste und das Renntempo beruhigte sich endlich etwas.
Am Ende führte die Strecke über einen Rundkurs, auf dem es nur auf und ab ging. Nach 2 von 5 Runden begann mein linkes Knie zu schmerzen und ich musste abreissen lassen.
Ich bin zufrieden, da ich mit 150km doch eine schöne Distanz zurücklegte. Morgen ist ein Tag Erholung angesagt, bevor es mit Rennen weiter geht...
25. März, E3 Preis von Flandern
Und wieder ein Sturz!
Auf dem Pave fuhr ich leicht nach Links, da blieb mein Vorderrad an einem Stein hängen und ich flog :-(
Hoffentlich lassen die Schmerzen bald nach, denn im Moment ist mir gar nicht nach einem Start morgen.
22. März, Quer durch Flandern
Leider passte bei uns heute nicht viel zusammen. Grund dafür war allerdings auch etwas Unglück...
Nach einem Massensturz im vordersten Teil des Feldes, wurde alles auseinander gerissen. Von unserem Team fand niemand unterschlupf in der ersten Gruppe. Danach versuchten wir das Loch wieder zu schliessen, doch der Zug war abgefahren.
Mir selbst lief es eigentlich recht gut. Ich hatte heute, nach meinem Sturz im letzten Rennen, etwas Mühe mit den Positionskämpfen und diese sind oft entscheidend in Belgien! Nächsten Samstag wird es sicher schon besser laufen.
17. März, Rennen in Belgien
Mein Team gibt mir die Möglichkeit, mich für Paris-Roubaix zu empfehlen! Ab kommenden Mittwoch werde ich ein Rennblock in Belgien fahren. Diese Rennen gelten als Vorbereitung auf den wohl grössten Eintagesklassiker Paris-Roubaix. Diese Chance kann ich mir nicht entgehen lassen und so stehe ich in Mendrisio leider nicht am Start.
Übrigens könnt ihr auch einen Teil zu meinem möglichen Start bei Paris-Roubaix beisteuern. Auf unserer Team-Homepage könnt ihr jetzt abstimmen, wen ihr vom Team LPR bei Paris-Roubaix sehen wollt. Also stimmen, stimmen und nochmals stimmen...
12. März, GP Brissago
Heute zog ich eine Pleite ein! Nach nur 15km war mein Rennen vorbei.
Als zwei Fahrer vor mir stürzten, konnte ich nicht mehr ausweichen. Dies war allerdings nicht so schlimm, da ich sanft auf den Füssen landete. Nach einem Check meines Velos gings weiter. Dann passierte der Horror! Auf dem Weg zurück ins Feld, touchierte ich in einer engen Rechtskurve unser Teamfahrzeug und ging zu Boden. Nach einer unangenehmen Rutschpartie, flüchtete ich sofort auf die Seite, um nicht von einem weiteren Begleitfahrzeug überfahren zu werden :-l
Was bleibt sind Schmerzen und der Frust, den es schnell zu vergessen gilt.
Das Rennen bestimmte erfreulicherweise unser Team. Gairo realisierte unsern zweiten Saisonsieg und mit Roger auf dem dritten Platz, standen sogar zwei von LPR auf dem Podest!
26. Februar, GP Lugano
Wie letztes Jahr konnte ich mich gegenüber gestern heute steigern. Es läuft mir meistens am zweiten Tag besser als am Ersten.
Anfangs des Rennens versuchte ich in eine Fluchtgruppe zu kommen. Als sich nach etlichen Versuchen keine Gruppe absetzte, zog ich mich zurück um etwas durchzuatmen.
Die Entscheidung fiel wieder am San Salvatore. Auf dem Bergpreis fehlten mir 100m auf die erste Gruppe, die um den zweiten Platz sprintete. Ich war alleine und schaffte den Anschluss nicht mehr, sch... :-(
Dies wäre für mich eine riesen Sache gewesen! Nun muss ich das Positive sehen und vorwärts schauen. Es fehlt mir wenig nach vorne, also hart weiter trainieren und es immer wieder versuchen.
25. Februar, GP Chiasso
Wie erwartet war der Rennrythmus höher als in Malaysia. Mir lief es sehr gut bis zu den letzten zwei Runden. Danach waren die Batterien leer. Auf die letzte Runde fand ich nochmals Anschluss, doch dann war endgültig Schluss. Mit der Kälte und dem Regen hatte ich keine Probleme.
Es freut mich sehr, den grossen Fortschritt gegenüber dem letzten Jahr zu sehen. Damals fuhr ich nur die Hälfte des Rennens. Das harte Training den Winter durch hat sich gelohnt.
12. Februar, Tour de Langkawi - 10. Etappe
Das Kriterium musste leider frühzeitig abgebrochen werden. Ein heftiges Gewitter zog über Kuala Lumpur her. In einigen Kurven stand das Wasser bis über die Veloschuhe im Pedal! So war es zu Gefährlich das Rennen fortzusetzen.
11. Februar, Tour de Langkawi - 9. Etappe
Das Einzelzeitfahren lief ganz gut. Ich war mental bereit und konnte mich voll quälen. Es waren 16 harte Kilometer, auf denen ich alles gab. Schade reichte es nicht in die TopTen, aber es gibt ja noch einige Rennen dieses Jahr...
Morgen geht die Rundfahrt mit einem Kriterium in Kuala Lumpur zu Ende.
10. Februar, Tour de Langkawi - 8. Etappe
Mit rund 75 flachen Kilometern hatten wir heute eine Sprintetappe, wieder begleitet mit Regen. Es setzte sich zwar eine Fluchtgruppe mit Beuchat ab, doch das Unterfangen war fruchtlos. Der letzte Kilometer mit vier Kurven führte zu diversen Stürzen. Unser Sprinter kam heil durch und klassierte sich als guter Dritter.
Ich verbrachte eine ruhige Etappe und konnte mich so etwas erholen. Morgen steht der erste Kampf gegen die Uhr dieses Jahr an. Da möchte ich mein erstes Saisonresultat herausholen...
9. Februar, Tour de Langkawi - 7. Etappe
Erster Saisonsieg für unser Team LPR!
Mit 188km war dies die längste Etappe. Es begann wie meistens mit einem riesen Kampf um die Fluchtgruppe. Im Vergleich zu den anderen Tagen ging es heute recht schnell, bis sich eine Spitzengruppe absetzte. Unser alter Fuchs Elia zusammen mit 8 andern Fahrern bildeten die Flucht. Nach der Hälfte des Rennens gab es zur Abwechslung mal Regen und das gleich in Strömen. Heiss war es aber trotzdem.
Richtung Ziel wurde es wieder richtig eng für die Spitzengruppe. Elia setzte sich auf den letzten Kilometern von den andern ab und realisierte gekonnt unsern ersten Saisonsieg vor dem heranbrausenden Feld!
8. Februar, Tour de Langkawi - 6. Etappe
Bei der ersten Fluchtgruppe war ich mit dabei. Nach rund 40km fuhren wir zu sechst mit 2 min Vorsprung in den ersten Berg. Leider bekriegten sich hinten die Gesamtklassementsersten dermassen, dass wir auf dem Bergpreis eingeholt wurden.
In der nächsten Fluchtgruppe fanden Gene und Massimo von uns unterschlupf. Zu acht wehrten sie sich erfolgreich gegen das Feld. Ihr Vorsprung war nie höher als 2 min 30 s, doch sie zogen die Sache zu unserer Freude durch! Gene verpasste unseren ersten Saisonsieg nur ganz knapp...
7. Februar, Tour de Langkawi - 5. Etappe
Das war eine der allerschwersten Bergankünfte, die ich je gemacht habe. Hinauf auf 1700m, mit richtig steilen Rampen! Gleichzeitig war es auch eine meiner besten Leistungen bei einer Bergankunft.
Ich bekam ein Paar unserer leichten Ambrosio Carbonräder, von denen wir nur zwei Paar in Malaysia haben. Bis wenige Kilometer vor dem Ziel fuhr ich in der Kopfgruppe, bevor ich meinen eigenen Rythmus gehen musste. Zuvor versorgte ich Massimo, der einen feinen 3. Platz herausholte, zweimal mit frischen Getränken...
Nun sind wir in einem wunderschönen Hotel etwas unterhalb des Ziels. Der richtige Ort, um sich zu erholen :-D
6. Februar, Tour de Langkawi - 4. Etappe
Auf den 140 flachen Kilometer verbrachte ich einen ruhigen Tag. Die Geschichte der Etappe schrieben 8 Ausreisser. Von unserem Team war leider keiner dabei.
5. Februar, Tour de Langkawi - 3. Etappe
Ich liess viele Kräfte um die richtige Fluchtgruppe zu erwischen. Wir waren 24 Fahrer, darunter nebst mir noch Bates und der Bergfloh Massimo von unserem Team. Der Vorsprung stieg an bis hinten das Team Relax nachführte. Als der Abstand auf unter 1min sank, drückten wir vorne wieder aufs Tempo.
Mit 1min 30 s begann der 50km lange Schlussanstieg. Schon in der ersten Rampe drückte Massimo so aufs Tempo, dass die Gruppe total auseinander fiel! Leider musste auch ich kapitulieren und so blieben nur noch etwa 10 Leute an der Spitze. Der Weg ins Ziel war aber noch viel zu weit und so gingen allen in der Spitze die Kräfte aus. Ich war am Ende froh, noch einigermassen ins Ziel gekommen zu sein.
Es gibt noch viel zu tun die nächsten Wochen, aber wir haben ja auch erst Februar ;-)
4. Februar, Tour de Langkawi - 2. Etappe
Heute hatten wir das Rennen besser im Griff. Bei den Attacken zu Beginn waren wir vertreten, wenn es nötig war. Schlussendlich setzten sich zwei Fahrer ab. Danach wurde es eine gemütliche Fahrt. Obwohl ich Sonnencréme benutzte, wurde alles rot, was nicht bedeckt war!
Der Spitzengruppe gingen langsam die Kräfte aus und wir bekamen unseren Massensprint. Dieser war wie immer hektisch, doch wir konnten Samuele gut positionieren. Ich machte meine Arbeit während ca. 500m an der Spitze des Feldes bis zur 'Flamme rouge'. Der Tacho zeigte 55km/h! Danach klinkte ich aus. Samuele war am Hinterrad des Siegers dieser Etappe, doch leider verliessen ihn auf den letzten 50m die Kräfte.
Morgen werde ich erstmals sehen, wo ich mit meiner Form stehe. Es steht eine Bergankunft auf über 1500m Höhe auf dem Programm.
3. Februar, Tour de Langkawi - 1. Etappe
Die erste Etappe ist vorbei. Leider lief es nicht ganz nach unserem Wunsch. Wir wollten mit Samuele den Sprint fahren, doch es setzte sich bald eine grosse Spitzengruppe ab. Wir waren nur mit einem Fahrer vertreten, was bei einer 25 Mann umfassenden Spitze zu wenig ist! Danach ging alles sehr schnell, da die Etappe nur gut 80km lang war.
Der Vorsprung stieg auf über 6min und somit war die Etappe gelaufen.
Morgen machen wir es besser...
30. Januar, Ankunft in Malaysia
Es ist schon etwas speziell auf dieser Welt. Nach der Teampräsentation am Donnerstag in Mendrisio, blieb ich die folgenden Tage im Tessin. Der Schnee stand mir bis zum Kopf! Ich kann mich nicht erinnern, zu Hause jemals so viel Schnee gesehen zu haben...
Und nun, nach einer langen Reise, sind wir in Kuala Lumpur angekommen. Schon morgens um 7 Uhr hatte es fast 30 Grad! Daran muss man sich erst gewöhnen.
10.-19. Januar, Trainingslager mit demTeam LPR in der Toskana
Nach einer herrlichen Trainingswoche auf eigene Faust anfangs Jahr in Calpe an der Costa Blanca, bin ich nun mit den ganzen Team in Marina di Bibbone in der Toskana. Wir haben den ganzen Tag Sonnenschein, aber die Temperaturen sind doch noch recht frisch.
Die neue Bekleidung desTeams ist hauptsächlich schwarz. Alles ist super aufeinander abgestimmt. Das Velo für die Rennen durfte ich auch schon testen. Es ist nochmals 200 Gramm leichter als das Trainingsrad. Alle Betreuer leisten hervorragende Arbeit, sodass wir uns nur noch aufs Treten konzentrieren müssen ;-)
Am 26. Januar findet dann die Teampräsentation in Mendrisio statt, bevor wir am 30. Januar nach Malaysia zu meinem ersten Renneinsatz dieses Jahr fliegen. Ich fühle mich sehr wohl in diesem Team und freue mich auf die Saison.