Berichte 2008

Berichte 2008/02

8. Juni, Gippingen
Mein Traum ist geplatzt! Das ganze Team hat sich für mich eingesetzt, doch ich konnte die Arbeit nicht in ein gutes Resultat ummünzen.
Wie meistens in Gippingen liefen viele Attacken. Ich sprang oft mit. Als die Vorentscheidung in der zweitletzten Runde fiel, war ich einen Moment zu platt um zu reagieren. Ca 10 Fahrer bildeten die Spitze. Es gelang uns nicht, die Lücke zu schliessen. Ich versuchte es an der Strickhöhe noch alleine, aber einmal mehr lief ich in einen Konter.
Im Radsport lässt sich nichts erzwingen und der heutige Tag war leider nicht mein Bester. Die nächsten Chancen kommen schon bald an der Tour de Suisse.
1. Juni, Bayern Rundfahrt
Wow, war das ein Krimi mit Hochspannung bis zum Schluss!
Vom Start weg herrschte pure Hektik. Da der 1. und 3. vom Gesamtklassement für das Team Milram starten, konnten sie abwechslungsweise in die Fluchtgruppe mitspringen. Dadurch mussten wir immer reagieren. Wir bedeutet das starke Team Volksbank dieser Rundfahrt. Morscher,  Glomser, Musiol, Pollack, Korff und Stalder, sie alle haben heute ihr letztes Hemd für mich gegeben. Herzlichen Dank!
Als sich endlich 5 Mann ohne Milramfahrer absetzten, war Grabsch, der im Gesamten nur eine gute Minute hinter mir lag, vorne. Wir beteiligten uns mit Milram an der Führung, um die Lücke klein zu halten.
Die letzten 40 km führten über 3 Hügel. Mit Florian Stalder an meiner Seite wusste ich, dass ich nochmals alles riskieren kann. Diverse Attacken, bei denen ich mitsprang, brachten den Gesamtleader in Bedrängnis. Mit Hilfe seines Teams bereinigte er die Situation jeweils wieder.
Nach ein paar ruhigen Atemzügen konzentrierte ich mich auf den Sprint. Noch blieb mir eine Chance. Mindestens Rang 3 hätte mir die nötigen Sekunden für den Gesamtsieg eingebracht. Auf der rechten Seite trat ich am Hinterrad eines schnellen Fahrers bei der 300 m Marke an. In seinem Windschatten machte ich Plätze gut. Es befanden sich nur noch wenige Konkurrenten vor mir. Ein, zwei, drei und da kam ich, als 4. Fast hätten wir es noch gedreht!
Mit dem 2. Gesamtrang und einem Etappensieg sind wir aber mehr als zufrieden. Wir können es noch kaum glauben. Mein Fokus richtet sich schon auf nächsten Sonntag zum Grossen Preis des Kantons Aargau. In Gippingen folgt ein weiterer Saisonhöhepunkt. Die Form stimmt jedenfalls ;-)
31. Mai, Bayern Rundfahrt
Dank einem starken Zeitfahren fuhr ich haarscharf am Leadertrikot vorbei!
Dunkle Wolken am Himmel und stärker werdender Wind beunruhigten mich vor dem Start. Die Sorgen blieben aber unberechtigt.
Nach einem schnellen Start, sah ich bald einen Fahrer vor mir. Während der Steigung bis zur Hälfte der Strecke, versuchte ich ruhig zu bleiben.
Nach der Abfahrt schnappte ich den Fahrer vor mir. Meine Corratec-Zeitfahrmaschine schnitt sich durch den Wind ;-)
3 km vor dem Ziel hatte ich eine Krise, doch ich wollte keines Falls wieder 11. werden. Mit dem 5. Rang gelang mir ein Spitzenresultat!
Noch wichtiger ist allerdings das Gesamtklassement, wo ich nun 2. bin. Morgen ist auf der letzten Etappe nochmals volle Konzentration angesagt, damit ich auf dem Treppchen bleibe.
30. Mai, Bayern Rundfahrt
Nach einer Nacht wie in der Sauna, perlte mir auch während der 3. Etappe den ganzen Tag der Schweiss von der Stirn.
Das Rennen beruhigte sich nach einem super schnellen Start. Bei über 30 Grad galt es zu essen und vor allem zu trinken soviel im Bauch platz hat.
Die letzten 40 km führten über 3 Hügel. Stalder und ich behaupteten uns stets mit den Ersten. Für den Sprint nahm ich mir einiges vor. In der Abfahrt vom letzten Berg hatte ich aber zuviel Respekt. Ich verlor einige Positionen und da kam schon der letzte Kilometer. Stalder versuchte mich noch nach vorne zu bringen, doch die Plätze waren schon gemacht.
Morgen wird die Rundfahrt mit dem Zeitfahren entschieden. Ich werde voll draufdrücken und hoffe mit der guten Form ein Wörtchen mitreden zu können ;-)
29. Mai, Bayern Rundfahrt
Erster Saisonsieg für das Team Volksbank!
Nach 220km bei hitzigen Temperaturen gab es den erwarteten Massensprint. Daniel Musiol und Andre Korff brachten unseren pfeilschnellen Olaf Pollack in optimale Position. Wie dieser vollendete war grosse Klasse. Die Freude in unserem Team ist riesig! Das gibt Lust auf mehr ;-)
28. Mai, Bayern Rundfahrt
Endlich wieder mal Radrennen. Nach fast einem Monat Training!
Der Auftakt zur Bayern-Rundfahrt war recht ruhig, da uns eine Bergankunft mit 500 Höhenmetern erwartete. Unser Team Volksbank harmonierte sehr gut. Unterwegs punkteten unsere schnellen Leute bei den Zwischensprints. Ich durfte mich auf's Finale konzentrieren.
Der Schlussanstieg war nicht sehr steil, was mir entgegen kam. Ich versuchte mit einer ringen Übersetzung locker zu treten. Zusammen mit Stalder konnte ich alle Attacken mitgehen. Um selbst etwas zu machen fehlte aber der Atem. Im Ziel war ich ca. auf Rang 10, wodurch ich eine gute Ausgangslage für's Gesamtklassement habe.
Dieses Resultat gibt mir Gewissheit, dass ich die letzte Zeit gut trainiert habe. Morgen folgt mit 220km der längste Abschnitt.
18. Mai, Säntis
Zusammen mit Florian Stalder legte ich die letzten Tage viele Kilometer im hügeligen Appenzellerland zurück. Zudem nahmen wir von der einen oder anderen Tour de Suisse Etappe einen Augenschein. Besonders freue ich mich auf die Fahrt durch Aadorf während der 3. Etappe am 16. Juni mit Ziel in Gossau. Die Nächte verbringen wir jeweils auf dem Säntis 2500 m über Meer. Dadurch erhoffen wir uns einen zusätzlichen Leistungsschub.
Um mich wieder ans Flachland zu gewöhnen, reise ich diesen Donnerstag nach Hause. Dort steht die Erholung im Vordergrund, um für die grossen Rennen im Juni bereit zu sein.
4. Mai, Frauenfeld
Zum Abschluss des ersten Rennblocks startete ich in Frauenfeld vor heimischem Publikum. Die vielen Anfeuerungsrufe wirkten richtig motivierend, herzlichen Dank! Ich hoffe auch in Gippingen und bei der Tour de Suisse auf euch zählen zu können.
Im Rennen hatten mein Teamkollege Schmäh und ich fast alles unter Kontrolle. Wenn es mal brenzlig wurde, war auf Elias Schmäh, der mich super unterstützte, Verlass.
Die letzten 2 von 9 Runden reihte ich eine Attacke an die nächste. Mich entscheidend aus der 11-er Gruppe abzusetzen, gelang aber nicht. Den letzten Versuch startete ich beim letzten Kilometer. Die verbliebenen 2 Fahrer an meinem Hinterrad wollten nicht kooperieren und der Rest schloss wieder auf. Im Sprint fehlte mir dann ein Zacken und so wurde ich 4.
Die Rennpause bis zur Bayern-Rundfahrt Ende Mai verbringe ich auf dem Säntis, um weiter an meiner Form zur feilen.
1. Mai, Rund um den Henninger Turm
Um die Früchte der Anstrengungen gebracht.
Bei meinem ersten Saisonhighlight habe ich fast alles richtig gemacht. Rund 50 km vor dem Ziel, in der richtigen Spitzengruppe mit dabei, wurde mir eine Linkskurve zum Verhängnis. Da es ausgangs der Kurve eine Insel in der Mitte hatte, war es sehr eng. Durch den Sand auf der Strasse konnte ich zudem nicht richtig in die Kurve hineinliegen. Pam, und da lag ich am Boden. Die Kräfte reichten nicht mehr um wieder aufzuschliessen. Grosser Frust und Enttäuschung kommen da auf.
25. April, Giro del Trentino
Die Fluchtgruppe machte sich direkt nach dem Start in der Abfahrt ohne mich davon. Mir war das Risiko um die Kurven zu hoch.
Den ersten Pass, wieder mit 1000 Höhenmetern, drückte das Team Navigare voll auf's Tempo. Ich bekam ein kleines Loch zur ersten Gruppe, die nur noch rund 20 Mann stark war. Nach dem Bergpreis schloss ich sofort wieder auf. In der Abfahrt vergrösserte sich die Gruppe weiter. Von unserem Team blieben Stalder und ich aber fortan zu zweit.
Bis zum Schlussanstieg half ich Florian. Danach war das Rennen für mich gelaufen.
Am 1. Mai folgt mit dem Henninger Turm der erste Saisonhöhepunkt. Dabei möchten wir uns vom Team Volksbank von der stärksten Seite zeigen. Wer möchte, kann das Rennen Live im Fernseher verfolgen.
24. April, Giro del Trentino
Die erste richtige Bergetappe hatte es in sich. Hinauf zum ersten Bergpreis mit 1000 m Höhenunterschied setzte ich mich mit einer Gruppe vom Feld ab, wurde aber schnell wieder gestellt. Das stehte auf und ab führte zu einem Ausscheidungsfahren.
Gegen Ende des Rennens spürte ich, dass meine Kräfte nicht reichten, um mit den Ersten mitzuhalten. Ich versuchte noch möglichst lange bei Stalder zu bleiben, der auf dem hervorragenden 9. Rang ankam.
Zum Abschluss der Rundfahrt folgt morgen eine Bergankunft auf 1400 m über Meer. Ich würde mich gerne in einer Fluchtgruppe zeigen.
23. April, Giro del Trentino
Erneut gute Leistung, doch die Krönung fehlt weiterhin.
Die 'leichteste' Etappe verlief bis zu den 2 Schlussrunden a 25 km mit einem 7 km langen Berg ruhig. Eine 3-er Spitze, die sich nach dem Start bildete, holten wir noch vor den Runden ein.
Ueber die Berge fiel das Feld etwas auseinander, doch es blieb eine grosse Gruppe zusammen. Stalder und ich konnten uns in der Spitze behaupten.
Es kam zum Sprint. Als 500 m fehlten war ich an optimaler 10. Position. Bei 300 m ging es links weg und die Strasse wurde so schmal, dass es gar kein Platz zum Sprinten gab. Ich klemmte zwischen der Bande und einem Fahrer fest, ohne voll zu treten. Aergerlich!
22. April, Giro del Trentino
Der Auftakt zur Trentino verlief nicht nach Wunsch. Das knapp 10 km lange Einzelzeitfahren führte südwärts von A nach B. Das Wetter wurde am Nachmittag immer schöner, womit auch ein starker Gegenwind aufkam.
Ich startete als letzter unseres Teams, war nicht schlecht unterwegs, kam aber nicht an die Bestzeiten heran. So ging es allen Fahrern, die spät von der Rampe rollten.
Morgen folgt eine Etappe, die mir liegen sollte und der Wind weht für alle gleich ;-)
20. April, Giro d'Oro
Erneut eine gute Platzierung, doch langsam würde ich gerne im Klassement noch einen weiteren Schritt vorwärts kommen.
Vom Start weg folgte eine Attacke nach der anderen. Auf dem bergigen Kurs fiel das Feld oft auseinander. Die Meisten schlossen aber wieder auf. Erst nach rund der Hälfte des Rennens setzte sich eine Dreiergruppe mit Di Luca und Stalder, der eine starke Leistung zeigte, ab.
Das letzte Mal am Berg setzte ich mich mit einer kleinen Gruppe ab. Auf der Kuppe fuhren noch ein paar Fahrer weg zur Spitze, denen ich nicht folgen konnte.
Eine 5-er Gruppe machte nun den Sieg unter sich aus. Der Sprint um Platz 6 missglückte mir und so wurde ich wohl erneut 11., wie beim letzten Start.
11. April, Tour de Sarthe
Die Schlussetappe war die schwerste. Auf den letzten 25 km hatten wir 4 Runden mit einer 300m langen und 18% steilen Rampe zu überwinden!
Unser ganzes Team hat heute eine super Leistung gezeigt. Besonders Ludescher spendete mir den ganzen Tag Gesellschaft und Windschatten. So bog ich trotz mühsamen Seitenwind recht frisch auf die Runden ein.
Auf der zweitletzten Runde war eine kleine Gruppe weg. Ich attackierte nach der Rampe. Stalder schloss zu mir auf und führte uns in die Spitze. Leider fuhren sie von hinten wieder ran.
In der letzten Runde setzte ich alles auf eine Karte. 3 km vor dem Ziel wagte ich einen Solovorstoss. Nach rund 1.5km stellte mich die erste Gruppe wieder und es gab einen Sprint. Es wäre schön, wenn ich im Gesamtklassement noch einen Platz gewonnen hätte.
Nun reise ich endlich wieder nach Hause. Seit Ostermontag sind wir unterwegs. 3 Rundfahrten bzw. 15 Renntage in knapp 3 Wochen. Ein happiges Programm.
10. April, Tour de Sarthe
Während der 3. Etappe führte die Strecke den ganzen Tag über Hügel. Die ersten 60 km, da war Pfeffer drin. Im 50-er Tempo setzten sich immer wieder verschiedene Gruppen ab, bis endlich 4 Fahrer weg kamen. Danach kehrte Ruhe ein. Unser Volksbank-Team unterstützte mich optimal.
Das Finale wurde härter als erwartet. Auf schmalen Strassen ging es rauf und runter. Hoffentlich bekomme ich die gleiche Zeit wie der Sieger.
9. April, Tour de Sarthe
Auf der ersten Halbetappe am Morgen entwickelte sich das Rennen gleich wie gestern. Diesmal waren es drei Ausreisser, die sich gerade noch vor dem Feld ins Ziel retteten.
Ich hatte Respekt auf den nassen Strassen und dachte schon ans Zeitfahren vom Nachmittag.
Die erste Ausfahrt mit unserer Zeitfahrmaschine war sehr angenehm. Ich gewöhnte mich rasch ans Rad. Nach dem Start fand ich einen schönen Rhytmus und teilte mir die 9 km gut ein. Im Ziel resultierte eine neue Bestzeit, aber es waren auch erst 7 Fahrer angekommen.
8. April, Tour de Sarthe
Der Auftakt zur Sarthe-Rundfahrt war hektisch. Da nur 16 Teams a 6 Fahrer am Start sind, könnte sich eine grössere Fluchtgruppe bereits vorentscheidend absetzen. Schlussendlich setzten sich aber nur 2 Fahrer ab.
Im Feld stellten sich alle auf einen Massensprint ein. Wir unterstützten Rene. Ich übernahm etwa 800m vor dem Ziel die Führung des Feldes und haute alles raus was ich noch hatte. Die zwei Flüchtlinge waren in Sichtweite. Nach 300 Metern musste ich ausklinken. Die Spitzenreiter retteten gerade noch 7 Sekunden ins Ziel. Dahinter sprintete Rene auf den guten 4. Platz vom Feld.
Mir bereitete der Temperaturunterschied etwas Mühe. Nach 20 Grad in Italien, hatten wir heute keine 10 mehr.
8. April, Positiver MPCC-Bescheid für Team Volksbank
Nach eingehender Prüfung und Beratung nun der positive Bescheid: Dem Antrag des Team Volksbank auf Aufnahme in die MPCC (Mouvement Pour un Cyclisme Crédible/Bewegung für einen glaubwürdigen Radsport) wird stattgegeben. Die elf Mitglieder der am 24. Juli 2007 gegründeten Bewegung einigten sich
vorerst auf eine Integration auf Probe, das Team wird zu den Sitzungen eingeladen und erhält eine beratende Stimme. Bei positiver Bewertung des zeitlich nicht definierten Testlaufs wird das Team Volksbank bei der ordentlichen Hauptversammlung per Verwaltungsrat-Entscheid als vollständiges Mitglied in die MPCC integriert.
"Das Team Volksbank scheint die Philosophie unserer Vereinigung zu teilen und verpflichtet sich, die gemeinsamen Standpunkte des Ethik-Codes zu respektieren und mit uns an einer sauberen Zukunft des Radsports zu arbeiten", begründet Präsident Roger Legeay, Manager der französchen Équipe Crédit Agricole. Die Aufnahme einer zwölften Mannschaft sei eine passende Gelegenheit, "sich an die fundamentalen Prinzipien des internen Reglements zu erinnern, wie das Prinzip der Vorsorge unter allen Umständen und das der Selbstsuspendierung bei wiederholten Doping-Problemen".
"Das ist nicht nur ein Auftrag, das ist ein Meilenstein in unserer zehnjährigen Teamgeschichte. Ich freue mich, dass wir diesen Etappensieg einfahren und die MPCC davon überzeugen konnten, dass unsere Bemühungen im Kampf gegen Doping restriktiv, lückenlos und seriös sind, wir uns bedingungslos für eine glaubwürdige Zukunft einsetzen", erklärt Team Manager Thomas Kofler. "Dieses Ziel hat höchste Priorität und kann nur erreicht werden, wenn wir, im elitären Kreis der MPCC, an einem Strang ziehen. Ich bedanke mich bei Präsident Legeay für das Vertrauen, das er und die zehn anderen Mitglieder uns schenken."