Berichte 2008

Berichte 2008/04

12. Dezember, Neue Wege in der Saisonvorbereitung

Nachdem mich der Ermüdungsbruch nicht mehr behindert, weile ich bis Weihnachten in St. Moritz. Mit Langlaufen, Joggen, Schwimmen und Krafttraining will ich einen ganz neuen Trainingsreiz in der Vorbereitung erzielen. Top ausgerüstet von der Stöckli-Filiale in Wil, macht das Training richtig Spass. Ich bin gespannt, wie sich die Belastungen auf 1800 Meter über Meer auf meinen Herz-Kreislauf auswirken.
Ich danke allen fleissigen Besuchern meiner Homepage für die Unterstützung in diesem Jahr und wünsche schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins 2009!

24. November, Rückschlag in der Vorbereitung / neuer Partner

Im Aufbau für die nächste Saison musste ich einen Dämpfer einstecken. Durch das vielseitige Wintertraining erlitt ich einen Ermüdungsbruch im rechten Schienbeinkopf. Während rund vier Wochen steht nun schonender Sport auf dem Programm. Zum Glück gehört Radfahren dazu ;-)
Neuigkeiten gibt es von meinen Partnern der Homepage. Auf der Startseite taucht nun auch das Logo von Eitzinger Sports auf. Wer einen geeigneten Ort für ein Trainingslager sucht, wird auf seiner Homepage bestimmt fündig! Ich freue mich auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

11. November, Saisonabschluss
Am Sonntag 9. November blickten wir im Rahmen meines Fan-Club's nochmals zurück auf die Saison 2008. Mit spektakulären Bildern und einem vorzüglichen Dessertbuffet genossen wir im Landgasthof Heidelberg den Nachmittag.
Mittlerweile habe ich meinen Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert. 2009 werden wir neu als Team Vorarlberg-Corratec an den Start gehen. Nach meinem Militärdienst in Herisau starte ich den Aufbau für meine 5. Profisaison.
8. November, Interview

Die Saison ist erst seit ein paar Wochen vorbei. Machst Du noch Urlaub?
Dietziker: Derzeit bin ich im Militärdienst. Wir Schweizer müssen jedes Jahr einen dreiwöchigen Wiederholungskurs machen. Als Militärsportleiter darf ich neben den militärischen Aufgaben aber auch trainieren.

Du hast nach einigem Zögern einen Einjahresvertrag unterschrieben. Hat Dir das Team keinen längeren Vertrag angeboten?
Dietziker: Die Sponsorensuche im Radsport erweist sich heutzutage als harzige Aufgabe. Unser Teammanager Thomas Kofler ist daher gar nicht in der Lage, einen längerfristigen Vertrag anzubieten.

Gab es andere Interessenten, die Dich gerne verpflichtet hätten?
Dietziker: Es gab verschiedene Gespräche, doch es kristallisierte sich kein Team heraus, das mich gerne unter Vertrag genommen hätte.

Das Team hat einen neuen Sponsor und soll personell aufgestockt werden. Welchen Rang wirst Du 2009 in der Teamhierarchie einnehmen?
Dietziker: Thomas Kofler hat mich als eine der Teamstützen weiterverpflichtet. Über den genauen Kader schweigt er sich bis jetzt aber aus.

Wie beurteilst Du Dein erstes Volksbank-Jahr?
Dietziker: Sportlich hatte ich einige schöne Erfolge. Durch die gute Unterstützung des Teams konnte ich mich optimal weiterentwickeln. Was mir allerdings fehlte, war ein Sieg.

Was nimmst Du Dir für 2009 vor?
Dietziker: Meine Saisonhöhepunkte werden im Mai und Juni liegen. In dieser Periode will ich ein Rennen gewinnen, dafür trainiere ich. Ein weiterer Höhepunkt wird die Weltmeisterschaft in Mendrisio sein. Die Schweiz im eigenen Land zu vertreten, wäre eine besondere Ehre.

Du bist jetzt 26. Bleibt die ProTour noch ein Ziel?
Dietziker: Wenn ich noch die Ardennenklassiker und eine dreiwöchige Rundfahrt bestreiten könnte, wäre ich mit dem Rennprogramm unseres Teams wunschlos glücklich. In einem ProTour-Team stehen die Chancen für einen Start zwar besser, er ist aber auch in einem ProContinental-Team möglich.

Wie schätzt Du die Chancen für Dein Team ein, in näherer Zukunft als ProTour-Rennstall starten zu können?
Dietziker: Falls morgen ein ganz grosser Fisch an der Sponsorenangel anbeisst, werden wir übermorgen in der ProTour dabei sein

4. Oktober, GP Cimurri

Das letzte Rennen ist vorbei. Mit der Zeit gingen meine Beine auf. Bei der dritten von vier Passagen über den Berg, blieben im Feld nur noch 50 Mann übrig. Von Volksbank waren noch Stalder und ich dabei. Bei der letzten Anfahrt zum Berg musste ich wegen einem Sturz abbremsen und absteigen. Danach gelang mir der Anschluss zum Feld nicht mehr.
Nächste Woche werde ich meinen Motor herunterfahren und dann geht's endlich in den verdienten Urlaub.

28. September, WM Strassenrennen

Gänsehautfeeling in Varese. Eine derartige Kulisse habe ich bei einem Radrennen noch nie erlebt. Überall Fotografen und Journalisten. Da macht es richtig Spass dabei zu sein! Die Zuschauer feuerten uns so lautstark an, dass ich zeitweise froh war, einen Knopf im Ohr zu haben.
Meine Teamaufgabe lautete von Anfang an, bei Gruppen mitzuspringen. Sobald eine der grossen Radsportnationen attackierte, fuhr ich mit. Bei der 3-er Gruppe, die sich absetzte, bestand keine Gefahr für uns.
In der viertletzten Runde, nachdem die Italiener das Rennen in die Hand genommen hatten, legte ich meine Karten auf den Tisch. Mit einer grossen Gruppe setzte ich mich leicht vom Feld ab. Richtig führen wollte aber niemand. Danach hing ich in den Seilen, bis mein WM-Abenteuer zwei Runden vor Schluss endete.

27. September, WM Vorbereitung

Hoch über dem Lago di Lugano herbergen wir im Kurhotel Serpiano. Das gleichnamige Dorf liegt noch in der Schweiz. Unser Personal von CSC und Liquigas bringt viel Erfahrung mit, was man als Fahrer sehr zu schätzen weiss. Wir können uns voll und ganz auf das Rennen konzentrieren. Mit der Startnummer 95 bin ich morgen mittendrinn. Noch einmal schlafen bis zum grossen Spektakel...

23. September, WM Selektion

Nun hat es also doch noch geklappt. Am kommenden Sonntag werde ich das Team Volksbank bei den WM in Varese vertreten. Swiss Cycling hat mich nach dem Ausfall von Fabian Cancellara und Michael Albasini nachnominiert. Mit der erstmaligen Teilnahme geht für mich ein grosser Traum in Erfüllung. Ich sehe die WM als wichtigstes Eintagesrennen der Welt! Meine Aufgabe wird in der Unterstützung des Teams liegen.

21. September, GP Prato

Der GP Prato lief nicht wunschgemäss.
Nachdem sich 10 Mann absetzten, nutzte ich die ruhige Phase und hielt an, um mein streifendes Hinterrad zu richten. Just in dem Moment begann Liquigas wehement nachzuführen. Ganze 15 km pedalte ich hinterher, um wieder Anschluss zu finden! Zurück im Feld ging es mir wieder besser. Bei den entscheidenden Attacken war ich aber nicht präsent. Zudem hatte ich immer mehr mit Schaltproblemen zu kämpfen.
Zusammen mit Pascal verblieb ich im klein gewordenen Feld. Den Sieg machten vorne 17 Fahrer unter sich aus. Auf den letzten Kilometern riss mir dann das Schaltkabel, aber das Rennen war sowieso gelaufen.
Im Ziel hörte ich Erfreuliches. Es scheint, dass ich als Ersatz für die WM zum Zug komme!

20. September, Memorial Viviana Manservisi

Das topfebene Rennen endete im Massensprint. Ausser ein bisschen Wind lief nichts Spektakuläres. Die Kilometer vergingen nur mühsam. Morgen wird es sportlicher und damit interessanter für mich :-D

17. September, WM Selektion

Der 17. September war für mich kein schöner Tag. Am Morgen um 7:30 Uhr riss mich die Türklingel aus dem Schlaf. Ein Dopingkontrolleur wollte Blut von mir!
Der richtige Tiefschlag folgte um 11 Uhr. Der Schweizer Nationaltrainer berichtete mir, dass ich nach anfänglicher Zusage nun doch nur Ersatz für die Weltmeisterschaften in Varese sei. Besonders schmerzt mich die Begründung, da nicht etwa sportliche Leistungen, sondern politische Hintergründe entscheidend waren. Ich muss die Entscheidung akzeptieren und vorwärts blicken.

14. September, Nürnberg

Auf dem Stadtkurs durch Nürnberg lief lange alles in unserem Sinne. 10 km bzw. 2 Runden vor Schluss setzte ich mich mit 6 Fahrern ab. Als wir gestellt wurden, sprang André Korff in die nächste Gruppe. Nachdem diese eingeholt wurde, setzte sich in der letzten Runde noch René Weissinger mit Markus Fothen ab. Beim letzten Kilometer wurden sie geschluckt und es gab den von Anfang an erwarteten Massensprint. Unser Sprinter Olaf Pollack verpasste leider einen Spitzenplatz. Auf den letzten Metern wurde er links in die Abschrankungen gedrängt.
Ich bin mit meiner Form sehr zufrieden. Meine Beine waren übers ganze Rennen gut. Vom Start weg zeigte ich Präsenz und fuhr aktiv.

7. September, Vattenfall Classic

Nach dem Start sprang ich zwei, drei Mal in Fluchtgruppen. Meine Beine waren aber leer. Es fehlte mir eindeutig an Spritzigkeit. Beim Antreten nach den Kurven bekam ich immer ein Loch zum Vordermann.
Bei der 2. Passage am Waseberg faulte ich vom Feld ab und ging vorzeitig unter die Dusche.

6. September, Deutschland Tour

Die Deutschland-Tour geht mit einer Enttäuschung im Einzelzeitfahren zu Ende. Auf den Sieger verlor ich rund 4min. Das ist zu viel Zeit, um etwas ausrichten zu können. In den nassen Kurven habe ich sicher einige Sekunden liegen gelassen, aber 4min sind eine Ewigkeit!
Im Gesamtklassement verbesserte ich mich noch auf den 18. Platz. Damit habe ich immerhin mein Ziel, unter die top 20 zu kommen, erreicht.

5. September, Deutschland Tour

Noch eine Etappe mit einem Durchschnitt von über 45 km/h bei einer Distanz von 214km. Mit leichtem Rückenwind empfand ich es aber als recht 'angenehm'.
Wieder rettete sich eine Spitzengruppe ins Ziel. Ich verbrachte einen ruhigen Tag. Das Kratzen im Hals ist in einen leichten Husten übergegangen. Noch ist es aber nicht gravierend.
Im morgigen Abschlusszeitfahren drücke ich nochmals voll in die Pedalen, um den angestrebten top 20 Platz im Gesamtklassement zu erreichen. Die Rundfahrt wird auf jeden Fall als schnellste in meiner bisherigen Karriere eingehen. Im Team Volksbank-Corratec jubeln wir heute über den vorzeitigen Gewinn des Bergtrikots durch Daniel Musiol.

4. September, Deutschland Tour

Nach dem Start war es wie die letzten Tage wild. Über eine Stunde rauf und runter mit einem Durchschnitt von über 50 km/h. Erst als sich 11 Leute recht absetzten und niemand mehr reagierte, wurde es rhythmischer. Ich habe mich recht gut von gestern erholt und fuhr mit den Gesamtersten über die Hügel. Ein unangenehmes Kratzen im Hals stöhrt mich ein Wenig. Ich hoffe, es geht schnell vorüber.
Die 11-er Spitzengruppe schaffte es bis ins Ziel, wodurch ich einen Platz in der Gesamtwertung abgeben musste. Im Feld sorgte der Seitenwind zeitweise für Hektik, doch es blieb alles zusammen
.

3. September, Deutschland Tour

Das war kein Spass! Ausgerechnet bei der mit 218 km längsten Etappe regnete es. Die Temperaturen fielen auf 10 Grad, was das Rennen zur Tortur machte. Zeitweise hatte ich Schüttelfrost. Mein ganzer Oberkörper zitterte. Durch die Nässe rutschte auch noch meine Schiene am gebrochenen Finger. Ich musste vorsichtig sein, damit sie mir nicht abhanden kam.
Das Terrain mit vielen Hügeln allerdings passte mir ausgezeichnet. Ich behauptete mich stets im ersten Teil des Feldes. Am Ende fuhr ich leider in eine Hungerkrise, was einen besseren Etappenrang verunmöglichte. Ich war froh, noch mit den Ersten angekommen zu sein.
Unser Team wurde leider etwas geschwächt. Gleich 2 Aufgaben haben wir heute zu beklagen.

2. September, Deutschland Tour

Alles deutete auf den ersten Massensprint hin, doch nach dem Start brach der grosse Krieg aus. Die Attackiererei nahm kein Ende, bis sich 13 Leute absetzten. Mitdabei war auch der Gesamtleader, wodurch einige Teams im Feld sofort wehement nachführten. So rasten wir die ersten 1.5 Stunden mit gut 50 km/h durch die Gegend. Ich hatte noch Nachwehen von gestern und freute mich umso mehr, als sich die Situation nach der Einholung der Spitze beruhigte.
Es blieben nur noch 2 Mann vorne, die man unter Kontrolle hielt. Damit stand dem Massensprint nichts mehr im Wege. Olaf Pollack holte für unser Team Volksbank-Corratec eine top Platzierung!

1. September, Deutschland Tour

Knapp an den Top Ten vorbei!
Irgendwie fühlte ich mich auf dieser 215 km langen Etappe nie richtig gut. Das ständige auf und ab, dazu regnete es immer wieder von neuem, das zehrte an den Kräften.
30 km vor dem Ziel erwartete uns das Haupthindernis des Tages, 400 Höhenmeter auf 4.5 km! Ich wollte einfach versuchen, ganz vorne darüber zu kommen. Voll am Limit verkleinerte sich die Gruppe zusehends. Obenraus fuhren rund 10 Leute weg, als ich das Tempo nicht mehr steigern konnte. Richtung Ziel gelang meiner Gruppe nochmals der Anschluss nach vorne und auch die 2 Spitzenreiter waren in Sichtweite. Im Sprint schlossen wir gerade noch zu ihnen auf, doch der Sieg war weg.
Ich bin stolz in der ersten Gruppe angekommen zu sein, doch es ärgert mich, dass ich keine bessere Platzierung rausgeholt habe. Dies wäre eine gute Chance gewesen. Nun hoffe ich mich gut zu erholen und natürlich auf eine weitere Chance ;-)

31. August, Deutschland Tour

Kurz vor dem Ziel zu früh im Wind.
Heute Morgen mussten wir zeitig los. Der Transfer vom Hotel in Fügen zum Start, mitten im Münchner Olympiapark, dauerte knapp 2 Stunden. Die imposante Kulisse lud dort zu neugierigen Blicken ein. Mit dem Startschuss ging es ab wie die Feuerwehr! Dank Rückenwind rasten wir die ersten beiden Rennstunden mit gut 50 Sachen über die Strassen, bis sich endlich 4 Mann absetzten. Die Fluchtgruppe kam aber nicht durch.
Die letzten 2 km führten bergauf. Korff und Glomser brachten mich in eine super Position. Gut einen Kilometer vor dem Ziel führte ich das Rennen an! Mit einer Attacke wollte ich die Gegner abschütteln, doch es war zu früh. Die Lichter gingen mir aus und einer nach dem andern überholte mich :-( Schade konnte ich die gute Teamarbeit nicht nutzen.

30. August, Deutschland Tour

Ein hartes Stück Arbeit! Die ersten beiden Pässe war das Tempo noch angenehm. Bei der Anfahrt zum Schlussanstieg war bei einem Massensturz im vorderen Teil des Feldes das Glück auf meiner Seite. Während ich bremsen konnte, flogen links und rechts von mir Fahrer vorbei! Danach schloss ich rasch wieder zum Feld auf.
Zu Beginn des Anstieges fand ich keinen guten Rhythmus. Die steilen Rampen liessen aber auch keinen zu. Obenraus lief es etwas besser. Zusammen mit Pascal versuchten wir den Schaden in Grenzen zu halten. Mit 4 Minuten haben wir aber eine ordentliche Packung gekriegt. Das Gesamtklassement verlor damit an Bedeutung.
Das Highlight für unser Team Volksbank-Corratec lieferte Daniel Musiol. Mit einer starken Flucht sicherte er sich das Bergtrikot.

29. August, Deutschland Tour

Es ist Klasse bei so einen Event dabei sein zu können. Die Organisation und das Hotel liessen bis jetzt keine Wünsche offen.
Den Prolog brachte ich relativ gut hinter mich. Mit dosiertem Risiko verlor ich auf die Vordersten einige Sekunden. Vor allem der technische Teil mit dem Kopfsteinpflaster machte mir etwas Mühe. Beim Einfahren auf der Strecke verlor ich dort durch das starke Schütteln meine Schiene am kleinen Finger. Nachdem ich sie richtig fest angezogen hatte, ging es beim Rennen besser. Besonders erfreute mich die Unterstützung einiger Schweizer Fans an der Strecke!
Morgen steht bereits die Königsetappe auf dem Programm. Da wird sich zeigen wofür meine Form reicht.

29. August, Corratec - zweiter Hauptsponsor bis Ende der Saison 2009

Team-Manager Thomas Kofler und der bayrische Fahrrad-Hersteller Corratec bauen ihre Zusammenarbeit aus. Das Vorzeigeunternehmen aus Raubling fungiert ab sofort - neben Volksbank - als zweiter Hauptsponsor der österreichischen Profi-Radsportgruppe. Das Team wurde beim Weltverband UCI bereits lizenziert und nennt sich mit heutigem Tage Volksbank-Corratec, wie Kofler nach dem Prolog der 10. Deutschland-Tour in Kitzbühel bekanntgab. Der Vertrag wurde bis Ende 2009 unterzeichnet. "Wir streben eine langfristige Kooperation an, werden die Zusammenarbeit intensivieren und Synergien für die Zukunft schaffen", erklärte Kofler. "Das Material hat sich ausgesprochen bewährt. Ich freue mich auf eine  erfolgreiche Partnerschaft." Konrad Irlbacher, Geschäftsführer der iko Sportartikel Handels GmbH dazu: "Nach zweijähriger Kooperation haben wir uns dazu entschlossen, noch mehr Engagement ins Team Volksbank-Corratec zu investieren und freuen uns, dass somit auch der Markenname corratec im Teamnamen international kommuniziert wird. Für uns steht natürlich im Vordergrund, den Bekanntheitsgrad der Marke weiter zu steigern. Gleichzeitig ist es aber auch von größter Bedeutung, Produktentwicklungen mit kompetenten Partnern umsetzen zu können." Über die Höhe des finanziellen Engagements wurde vorerst Stillschweigen vereinbart.

23. August, Trofeo Melinda

Der letzte Test vor der D-Tour fiel ins Wasser. Die ersten 100 von 200 km lief es mir gut. Ich fuhr die schnelle Startphase über die ersten Berge ganz vorne im Feld.
Dann setzte heftiger Regen mit Hagel ein. Die Strassen waren rutschig wie Schmierseife. Ich wollte in den Abfahrten nichts riskieren und verlor sofort viele Positionen. Diverse Stürze rissen das Feld auseinander und ich war bald abgehangen und gab das Rennen auf.
Meine Form ist noch nicht ganz so gut wie bei der Tour de Suisse. Ich gehe aber optimistisch in die Deutschland Tour und gebe alles, um das Schaufenster zu nutzen.

21. August, Coppa Bernocchi

Beim dritten Rennen in Folge, das in den letzten Jahren immer im Massensprint endete, hielt ich mich zurück. Nach den Anstrengungen von gestern, dauerte es sehr lange, bis meine Beine einigermassen drehten.
Das Rennen prägte eine dreier Spitze, die es bis ins Ziel schaffte. Nach der Hälfte der Distanz setzten sich rund 15 Fahrer vom Feld ab. Vom Team Volksbank war Weissinger dabei. Einige Teams organisierten die Nachführarbeit.
Als wir mit dem Feld 30 km vor dem Ziel auf die kurzen Schlussrunden einbogen, kam es zum Eklat! Da die 3-er Spitze schon eine Runde absolviert hatte, wurde das ganze Feld aus dem Rennen genommen. Besonders hart für die Teams, die kräftig nachführten! Mir entlockte die Situation ein Schmunzeln. Typisch italienisch :-)
Am Samstag ist der letzte Test vor der Deutschland Tour. Da möchte ich mich nochmals voll belasten
.

20. August, Coppa Agostoni

Den Respekt mit der Schiene zu fahren habe ich abgelegt. Meine Positionen im Feld waren viel besser als gestern und ich getraute mich auch wieder in Lücken zu drücken.
Die Strecke führte vom Start und Ziel weg. Nach rund 30 km folgten 6 schwere Runden und dann ging es wieder zurück. Von Beginn weg, bis und mit der ersten Runde, halbierte sich das Feld durch das hohe Tempo. Danach fielen nach und nach immer mehr Fahrer ab. Ich fühlte mich besser als gestern und behauptete mich in der Kopfgruppe. Erst im letzten Durchgang zerstückelte die Gruppe. Rund 15 Fahrer setzten sich am Berg ab. Mir reichte es nicht ganz.
Bis zum Ziel konnten wir in der zweiten Gruppe die Lücke zur Spitze nicht mehr schliessen. Ich kam etwa auf Rang 20 an
.

19. August, Tre Valli Varesine

Zweieinhalb Wochen nach meinem Fingerbruch stand ich wieder am Start zu einem Radrennen. Erfreulicherweise fuhr ich schmerzfrei. Der Respekt in Lücken zu drücken, um mich im Feld zu bewegen, war aber noch sehr gross.
Die ersten Kilometer durch den Kanton Tessin waren ein besonderer Genuss, da ich in meiner U-23 Zeit beim Velo Club Mendrisio viel hier trainierte. Bis zu den 6 Schlussrunden auf dem diesjährigen WM-Kurs in Varese kam ich gut mit. Die Strecke beinhaltet zwei Steigungen und viele technische Kurven, wodurch kaum Zeit zum Durchatmen bleibt. Eine super Leistung zeigte Volksbankfahrer Pascal, der den Grossteil des Rennens in einer zweier Fluchtgruppe bestimmte.
Als auf der zweitletzten Runde das Tempo stark forciert wurde, reichte meine Kraft nicht mehr, um mit den Ersten mitzugehen. Ich beendete das Rennen in der zweiten Gruppe.

6. August, Comeback rechtzeitig vor der Deutschland-Tour?

Die Folgen des unglücklichen Sturzes beim Kriterium in Rankweil waren für Volksbank-Profi Andreas Dietziker ernüchternd. "Im LKH Feldkirch wurde ein knöcherner Strecksehnenausriss am kleinen Finger der rechten Hand diagnostiziert", berichtete der Schweizer. Dabei hatte er sich bei Halbzeit des Rennens souverän für das Finale der besten 15 qualifiziert, nur mehr im Pulk versteckt, um keine Risiken einzugehen, als in einer Rechtskurve unmittelbar vor ihm zwei Fahrer kollidierten und Dietziker - "von der Situation völlig überrascht" - ungebremst hinein krachte.
Der Knochensplitter wurde von Dr. Mario Bonaccio, dem leitenden Arzt der Handchirurgie der Kantonsklinik in Frauenfeld (St. Gallen), bereits am Montag "mit zwei Schrauben operativ fixiert". Während der nächsten sechs Wochen muss der 25-Jährige nun eine Schiene tragen. Trainieren darf er weiterhin, wiewohl eingeschränkt, "weil ich am Lenker nicht ziehen kann und die kleinsten Wellen Schmerzen bereiten". Abhilfe wird erst eine bis Donnerstag angefertigte Spezialschiene schaffen, die Dietzikers Finger stabilisieren und Unebenheiten im Straßenbelag ausgleichen soll.
"Bei einer ruckartigen Bewegung könnten die Schrauben ausreißen, die wohl größte Gefahr neben einem weiteren Sturz, der die Versplitterung des Knochens unweigerlich zur Folge haben könnte", so Dietziker, der "bei gutem Heilungsprozess bzw. wenn es der Arzt zulässt", schon am 19. August - beim italienischen Eintagesrennen Tre Valle Varesini (UCI Kat. 1.1) - sein Comeback geben will. "Rechtzeitig vor der Deutschland-Tour", die am 29. August beginnt.

2. August, Kriterium Rankweil

Nicht schon wieder!
Beim Kriterium in Rankweil, vor der Haustüre unseres Hauptsponsors Volksbank, sammelte ich im Kriterium mit der Hilfe meiner Teamkollegen fleissig Punkte. Nach zwei Dritteln des Rennens hatte ich mich schon sicher für das finale Ausscheidungsfahren der besten 15 qualifiziert. Ohne Risiken einzugehen, versteckte ich mich im Feld. Wenige Runden vor Schluss geriet ich mitten in einen Massensturz, wobei ich unglücklich auf meinen kleinen Finger an der rechten Hand stürzte.
Die Diagnose im Landeskrankenhaus Feldkirch nach dem Röntgen war ernüchternd: ein knöcherner Strecksehnenausriss am Endglied des Fingers. Um den Knochensplitter zu fixieren, ist ein operativer Eingriff nötig. Danach muss ich während 6 Wochen eine Schiene tragen. Dies bringt meine Vorbereitungen auf die Deutschland-Tour arg durcheinander. Ich hoffe, trotzdem rechtzeitig in Form zu sein.