Berichte 2011

18. Dezember, Lanzarote

Ich bin wieder gut ins Training gestartet. Nach zwei Wochen im Centro Sportivo in Tenero, wo ich bei optimalen Trainingsbedingungen meine letzten Diensttage absolvierte, reiste ich nach Lanzarote ins erste Teamtrainingslager. Mit gut 20 Grad ist das Klima optimal zum Radfahren. Einzig der Wind ist hartnäckig. Zum Glück kommen wir jeweils mit Rückenwind zurück ins Hotel in Playa Blanca. Die Landschaft ist von Vulkanen und ihren schwarzen Steinen geprägt. Um das Team zu formen machen wir auch viel allgemein Sport wie Fussball, Tennis, Volleyball und vieles mehr. Die Neuzugänge sind angenehme Typen. Wir haben viel Spass zusammen und ich denke das Kader 2012 des Teams NetApp wird sich stärker präsentieren als 2011. Während einem Tag hatten wir ein professionelles Fotoshooting am Meer. Diverse Einzel- und Teambilder wurden geschossen. Ich bin gespannt auf die neue Autogrammkarte!
Herzlichen Dank für die Unterstützung im vergangenen Jahr, frohe Festtage und einen guten Rutsch ins 2012.

6. Oktober, Paris - Bourges

Zum Abschluss gelang mir nochmals ein starkes Rennen. Ich wusste, dass mir die Strecke von Paris-Bourges liegt. Es war aber ein langer Weg bis ins Ziel. Starker Wind und immer wieder Regenschauer führten zu vielen Stürzen.
Cece vertrat unser Team NetApp in der Spitzengruppe. Leider fiel er durch einen Defekt zurück. Das Feld wurde immer kleiner. Nach dem hart gefahrenen zweitletzten Bergpreis waren nur noch Schilli und ich in der ersten Gruppe. Da er sich sehr gut fühlte, half ich ihm zu sprinten. Als kurz vor dem Ziel die letzten Ausreisser gestellt waren, ging es um den Sieg des Rennens. Vor dem letzten Kilometer gab es weitere Stürze und leider erwischte es auch Schilli in ausichtsreicher Position. Ich blieb heil und versuchte noch das beste raus zu holen. Mehr als der 12. Platz war aber nicht mehr drin.
Nun freue ich mich auf die Pause und die Flitterwochen. Vielen Dank für die grossartige Unterstützung in der Saison 2011!

4. Oktober, Binche - Tournai - Binche

Der Wind machte das Rennen nervös. Immer wieder bildeten sich neue Gruppen und es war stets Zug drin. Ich habe mich nicht gut erholt vom Rennen gestern und kam nicht ins Ziel.

3. Oktober, Münsterland Giro

Beim Münsterland Giro hatten wir das Geschehen im Griff, bis zum Massensprint.
Nach dem letzten Bergpreis wurde es einmal kurz hektisch, da wir das Loch zu einer Gruppe zufahren mussten. Danach beteiligte ich mich an der Nachführarbeit, um die letzten verbliebenen Ausreisser zu stellen. Im Massensprint lief es dann für uns nicht optimal und so blieb ein Resultat aus.

12. - 18. September, Tour of Britan

Nach langer Zeit bin ich wieder mal online. Die zweite Etappe der Tour of Britain wurde wegen Sturms abgesagt. Nach der 1. Etappe der Tour of California war das bereits die zweite Absage eines Rennens dieser Saison, was ich zuvor noch nie erlebt habe.
Auf der dritten Etappe blies uns der Wind heftig um die Ohren. Windschatten gab es teiweise nur nebeneinander, wodurch das Feld total auseinander fiel. Ich fühlte mich nicht so gut und musste mich die nächsten Tage promt mit einer Erkältung rumschlagen.
Beim vierten Teilstück fuhr ich meine Teamkollegen in einer guten Position in den letzten Hügel kurz vor dem Ziel hinein. Mit Cece als 3. und 2 weiteren Fahrern in den Top Ten waren wir super zufrieden.
Etappe Nummer 5 war ein hartes Stück Arbeit. Über 3 Bergpreise der ersten und zweiten Kategorie anfangs der Etappe bildete sich eine 13-er Spitze. Wir hatten zwar Bartosz dabei, aber es waren zu viele gute Leute der Gesamtwertung dabei, welche Jan und Leo gefährdeten. So mussten Cece und ich das Loch mit anderen Teams zufahren.
Auf der sechsten Etappe konnten wir noch eins draufsetzen. Leo, Jan und Bartosz kamen in einer 20-er Gruppe auf den Rängen 3, 4 und 9 ins Ziel! Damit war Leo nun Gesamtzweiter und Jan 6.
Unser Ziel auf den nächsten Etappe war die Verteidigung der guten Ausgangslage in der Gesamtwertung, was uns gut gelang.
Im Zeitfahren in der Innenstadt von London am Morgen des letzten Tages, verlor Leo ein paar Plätze. Jan hingegen verbesserte sich auf den 3. Gesamtrang. Beim Rundstreckenrennen auf der gleichen Strecke des Zeitfahrens am Nachmittag gab es keine Veränderung mehr auf dem Podium, womit unsere letzte Rundfahrt des Jahres die erfolgreichste war!
Das Wetter war übrigens abgesehen von der ersten Etappe überraschend gut. Nur auf der 7. Etappe wurden wir noch kurz verhagelt und zweimal gab es auf den Etappen einen kurzen Schauerregen. Auf dem Weg von Schottland südwärts durch Grossbritanien schien meist die Sonne. Aus den weiten, schier endlosen Wiesen mit Schafen wurde immer mehr Zivilisation. Aus losen Steinmäuerchen wurden grosse Überbauungen. Und das Ende in London vor dem Big Ben war der Höhepunkt!

11. September, Tour of Britan

Der erste Tag der Tour of Britain ging durch Schottland. Land gab es dabei viel zu sehen. Nach 70 der 170 km über meist 2-3 Meter breite Wege mit Weiderosten und kleinen Hügeln erreichten wir das erste Dorf! Danach waren die Strassen gut, aber kühle Temperaturen, andauernder Regenfall und Wind zehrten an den Kräften.
Linksfahren ist sehr gewöhnungsbedürftig. Beim Training gestern landete ich prombt einmal auf der falschen Strassenseite und bei den Kreuzungen schaute ich zuerst jeweils in die falsche Richtung. Zum Glück sind die Strassen beim Rennen gut abgesperrt. Heute machte mir das Greifen des Verpflegungsbeutels mit links Schwierigkeiten. Das Timing passte nicht, aber es reichte gerade noch, um den Beutel am obersten Zipfel des Bandes fest zu halten. Das Umhängen des Beutels war auch nicht ohne. Ich musste ihn zuerst in die andere Hand nehmen, damit alles wieder seinen ürsprünglichen Lauf nehmen konnte.
Beim Massensprint zum Schluss der Etappe waren wir nicht ganz vorne.

7. September, Memorial Rik van Steenbergen

Das Rennen war topfeben und führte über viele Betonstrassen mit einer Rille in der Mitte. Dazu ein starker Wind, was das Ganze sehr nervös machte. Zweimal wurde das Rennen angehalten. Einmal wegen einer geschlossenen Bahnschranke und einmal, weil die führenden Fahrzeuge falsch gefahren sind. Am Ende gab es den erwarteten Massensprint. Wir setzten unsere Kräfte für Schorni ein, der einen guten 10 Rang ersprintete.
Ich bin froh, unfallfrei durchgekommen zu sein. Es gab einige heikle Momente. Am Schlimmsten empfand ich einen rechteckigen Topf aus Holz, der als Verkehrsberuhigung dient, auf der linken Strassenseite. Er war überhaupt nicht abgesichert. Von den Ersten fuhr ein Teil links und ein Teil rechts vorbei. Und dann knallten in der Mitte des Feldes einige Fahrer frontal in den Topf. Ich kam gerade noch rechts vorbei, bevor die Strasse durch gestürzte Fahrer total blockiert war!

4. September, GP Jef Scherens

Das Rennen führte durch die Stadt Leuven. Ein nervöser Rundkurs mit vielen Kurven und 4 kurzen Steigungen musste 13-mal absolviert werden. Zum Glück blieb es mehr oder weniger trocken.
Keine Gruppe stzte sich entscheidend ab und so gab es einen Sprint einer grösseren Gruppe. Wir versuchten Schorni zu unterstützen, was aber in der hektischen Schlussphase nicht optimal gelang. Immerhin waren mit Platz 16 durch Schorni und 18 durch Cece zwei Fahrer in den ersten 20.

21. August, Vattenfall Classic

Bei unserem nächsten World Tour Einsatz zeigte sich Jan lange aktiv in einer 5-er Spitzengruppe.
Entscheidend für das Rennen war eine gute Position im Feld vor dem 15% steilen Waseberg. Die Abfahrt nach dem Berg ist sehr schmal und es folgt gleich eine Gegensteigung, wo das Feld meistens auseinander fällt.
Meine Position war heute nicht gut genug und ich verpasste den Anschluss zur ersten Gruppe. Auf den verbleibenden 15 km zum Ziel gelang meiner Gruppe der Anschluss zur Spitze leider nicht mehr.

13. August, Tour de l'Ain

Zum Abschluss gab es eine heftige Bergankunft auf dem 1500 m hohen Grand Colombier. Wir setzten auf Leo, unseren besten Bergfahrer.
Unser Italiener Cece zeigte eine starke Leistung, indem er von Beginn weg in der Spitzengruppe fuhr. Leider wuchs der Vorsprung nie über drei Minuten an, was bei dem langen Berg nicht reichte. Bei der schnellen Anfahrt zum Schlussanstieg konnten wir Leo gut positionieren. Dieser kletterte erneut ausgezeichnet und holte den dritten Rang in der Etappe, wie auch im Gesamtklassement! Die Rundfahrt lief super für unser Team NetApp. Meine Form ist sehr gut und ich hoffe, sie bei den nächsten Rennen ausspielen zu können.

12. August, Tour de l'Ain

Das war nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Am ersten Berg der 130 km Etappe lief es erneut gut und ich kam in einer grösseren Spitzengruppe unter. In der Abfahrt schlossen wieder viele auf und die Attacken begannen von Neuem. Dies machte das Rennen extrem hart. Daryl, Leo und ich hielten uns in der ersten Gruppe, bis ich nach der Hälfte des Rennens während einer Abfahrt einen platten Hinterreifen einfing. Jan, der von hinten kam, gab mir sein Hinterrad und das Mannschaftsauto war auch gleich da. Zusammen fuhren wir wieder in die zweite Gruppe. Nach einer kurzen Verschnaufpause attackierte ich und versuchte alleine wieder nach vorne in die erste Gruppe zu kommen. Ganz nach vorne reichte es aber nicht mehr, was mich etwas frustrierte. Ich habe mir für die heutige Etappe im Französischen Jura, nahe der Schweizer Grenze, mehr vorgenommen. Wenigstens blieb Leo noch bei den Leuten und hat morgen im Schlussaufstieg zum Colombier die Möglichkeit auf einen guten Gesamtrang.

11. August, Tour de l'Ain

Der Verlauf der Etappe war ähnlich wie gestern. Nach einem schnellen Start setzten sich zwei Mann ab, die kurz vor dem Ende wieder gestellt wurden. Die Strecke war allerdings nicht mehr flach, sondern führte rauf und runter bei fast 30 Grad. Am letzten Berg 10 km vor dem Ziel war das Tempo sehr hoch. Eine Dreiergruppe setzte sich ab und kam durch. Zusammen mit Leo hielt ich die erste Gruppe und sprintete auf Rang 11. Wobei ich auf der linken Seite eingebaut war und gar nicht wirklich sprinten konnte.
Kurz vor dem Ziel konnten auch Jan und Daryl wieder zu meiner Gruppe aufschliessen. Damit sind wir vom Team NetApp im Gesamtklassement weiterhin mit zwei Fahrern in den Topten.

10. August, Tour de l'Ain

Ausser dem Anfang und dem Ende der Etappe, verbrachten wir einen ruhigen Tag auf dem Flachstück. Vier Ausreisser wurden rechtzeitig gestellt und so kam es zum Massensprint. Wir setzten auf Daryl, der einen starken 4. Rang holte.
Morgen wir es bergiger. Ich denke, die Etappe sollte uns liegen.

9. August, Tour de l'Ain

Der Auftakt zur Tour de l'Ain ist uns ausgezeichnet gelungen. Jan verpasste den Sieg beim 3.7 km langen Prolog nur um 40 Hundertstel! Daryl gelang als 10. ebenfalls ein top Ergebnis.Ich selbst zeigte als 31. mit 13 Sekunden Rückstand auch eine gute Leistung.

10. Juli, Oesterreich Rundfahrt

Auf der Schlussetappe verteidigten wir den 2. Gesamtrang von Leo ohne Probleme. Ich musste bei über 30 Grad für Tempo im Feld sorgen, damit die Fluchtgruppe nicht zu weit weg zog. Am Ende gab es einen Massensprint, in dem Daryl nochmals in die Top Ten kam.
Leider geriet ich auf den letzten Kilometern in einen Sturz. Zum Glück zog ich mir nur Schürfungen zu. Damit ist meine Hochzeit nicht gefährdet. Ich freue mich auf die kommende Pause und melde mich wieder, sobald ich weiss, wann es weiter geht.

9. Juli, Oesterreich Rundfahrt

Das Einzelzeitfahren lief perfekt für das Team NetApp. Leo verbesserte sich auf den großartigen 2. Gesamtrang! Zudem gelang Jan als 6. des Zeitfahrens auch noch der Sprung in die Top Ten des Gesamtklassements. Damit hat sich die Arbeit der letzten Tage gelohnt :-)
Ich durfte den Tag zur Erholung nutzen. Bei 36 Grad kamen aber alle ins Schwitzen.

8. Juli, Oesterreich Rundfahrt

Nach dem gestrigen gut 300 km langen Transfer im Anschluss an die Etappe, befinden wir uns nun im Flachland ganz im Osten Österreichs. Aus einer ruhigen Flachetappe wurde aber nichts. Ein sehr starker Wind sorgte für Nervosität im Feld. Wir schützten Leo den ganzen Tag. Als sich 13 Mann absetzten, wurde es ein bisschen ruhiger. Der Beste im Gesamtklassement hatte nur 4 min Rückstand und so mussten wir auch in die Nachführung miteinsteigen. Bei dem Wind war das gar nicht schlecht, da wir dadurch von der Windkante verschont blieben. Am Ende holten wir die Spitzengruppe fast ein, aber leider verloren wir das Punktetrikot von Daryl. Ich hatte auf den letzten drei Kilometern einen platten Vorderreifen und wurde darum in der gleichen Zeit wie das Feld gewertet.

7. Juli, Oesterreich Rundfahrt

Unser Ziel war die Verteidigung des 3. Platzes im Gesamtklassement. Das kam mir nach dem gestrigen Effort gelegen. Es kam nur einmal Hektik auf, als sich das Feld am letzten Bergpreis teilte und Leo hinten war. Zum Glück konnten wir das Loch wieder schließen!

6. Juli, Oesterreich Rundfahrt

Wie bei der Tour de Suisse, gelang mir auch bei der Königsetappe der Ö-Tour der Sprung in die Fluchtgruppe. 200 km mit 3500 Höhenmetern, verteilt auf 4 Berge, unter anderem der Großglockner auf fast 2500 Metern über Meer. Auf diesem fiel unsere 7-er Gruppe auseinander. 2 Fahrer setzten sich ab, ich folgte kurz dahinter mit einem anderen Fahrer. Auf der Passhöhe schlossen Zaugg und wenig später noch einer auf.
Zu viert machten wir auf der Fläche die Lücke zur Spitze zu und fuhren gemeinsam in die Schlusssteigung. Als sich Zaugg und Kohler absetzten und ich zu ihnen aufschloss, waren kurzzeitig gleich drei Schweizer an der Spitze. Nach der Einholung versuchte ich es alleine. Der Vorsprung wuchs schnell auf 45 Sekunden und ich träumte vom Etappensieg. Als der Anstieg richtig steil wurde und der Wind genau von vorne blies, kam ich aber nicht mehr vorwärts. Drei der Gruppe überholten mich und kurze Zeit später folgte das Feld. Danach war der Ofen entgültig aus.
Nebst meiner guten Werbung gab es für unser Team NetApp mit den Plätzen 6 und 7 erneut Spitzenergebnisse. Zudem holte Daryl das Punktetrikot!

5. Juli, Oesterreich Rundfahrt

Nach der Bergankunft von gestern, ging es heute mit 3 Bergen und einer kleinen Bergankunft weiter. Unser primäres Ziel war die Verteidigung des dritten Platzes in der Gesamtwertung. Es kam aber noch viel besser, mit einem Wehrmutstropfen. Leider verloren wir heute Schorni durch einen bösen Sturz in einer Abfahrt, wo ich 103 km/h auf dem Tacho hatte! Zum Glück brach er sich nichts. Hoffentlich ist er bald wieder zurück.
Bartosz zeigte sich in der Spitzengruppe, womit wir hinten ruhig bleiben konnten. Ich versuchte Leo möglichst gut aus dem Wind zu halten. Im Schlussaufstieg musste ich die erste Gruppe ziehen lassen. Wir waren aber noch gut vertreten und Daryl sprintete auf den ausgezeichneten 2. Rang! Damit setzten wir nach gestern noch eins drauf.

4. Juli, Oesterreich Rundfahrt

Nach allem, was ich über das Kitzbühler Horn gehört habe, hatte ich grossen Respekt vor meiner Erstbesteigung. Es lief aber alles rund für unser Team NetApp.
Daryl vertrat uns in der Spitzengruppe und der Rest half Leo, um ganz vorne in die Schlusssteigung auf's Horn zu fahren. Das funktionierte gut. Leo fuhr entfesselt hoch und kam als ausgezeichneter 3. ins Ziel. Ich fuhr meinen Rhythmus hinauf, ohne zu überdrehen. Damit war die steile Steigung kein Problem. Es war ein perfekter Tag für uns.

3. Juli, Oesterreich Rundfahrt

Der Auftakt zur Österreich Rundfahrt endete im erwarteten Massensprint. Auf dem letzten Kilometer fuhr ich mit Schilli und Schorni an meinem Hinterrad nach vorne bis neben den Zug von SKY. Dann übernahm Schilli in aussichtsreicher Position, doch leider wurden sie in einer Linkskurve kurz eingeklemmt. Schorni kam noch auf den guten 10. Rang und durfte sich als bester Österreicher mit Trikoteinkleidung feiern lassen.

26. Juni, SM Strasse

Wie meistens bei der SM bildete sich früh eine größere Spitzengruppe. Ich war zu wenig frisch, um mitzugehen. Da Michi Baer, mein NetApp Teamkollege, ebenfalls hinten war, versuchten wir die Lücke zu schließen. Der Abstand zur Spitze wurde aber immer größer. Wir mussten das Unterfangen aufgeben und beendeten das Rennen vorzeitig.

19. Juni, Tour de Suisse

Das abschliessende Zeitfahren durch den Kanton Schaffhausen war sehr anspruchsvoll. Nebst einigen Steigungen sorgte ein starker Wind für viele Rhythmuswechsel. Mir lief es auf der ersten Streckenhälfte überhaupt nicht. Zudem hatte ich auf der kleinen Scheibe Probleme mit der Schaltung. Auf der zweiten Hälfte lief es vom Gefühl her besser, doch für eine gute Zeit fehlten mir die Beine.
Es machte Spass, mit der Tour de Suisse so nah bei mir zu Hause zu sein. Das Medienecho war enorm. Gestern und heute hörte ich unglaublich viele Leute meinen Namen rufen. Das war ein tolles Gefühl.
Nach dieser harten Woche freut sich das ganze Team NetApp auf's zu Hause. Nach ein paar Tagen Erholung beginnt die Vorbereitung auf die Landesmeisterschaften. Dorthin wollen wir den Schwung aus der Tour de Suisse mitnehmen.

18. Juni, Tour de Suisse

Der Ritt über die Alpen von gestern ist nicht spurlos vorübergegangen. Meine Beine wollten heute nicht so drehen, wie ich es mir vorgestellt habe. Mit Jan war das Team NetApp erneut in der Spitzengruppe vertreten. Damit haben wir die Plattform der Tour de Suisse optimal nutzen können.

17. Juni, Tour de Suisse

Das war eines der schwersten Rennen, das ich je gefahren bin. 220 km mit 3500 Höhenmeter. Der Kampf um die Fluchtgruppe war noch grösser als gestern. Nach extrem schnellen 80 km, in Tiefencastel, stand die Gruppe mit 17 Mann und ich war mitdabei. Es zahlte sich aus, dass ich gestern ruhig im Gruppetto nach Malbun fuhr.
Es folgte ein Kampf gegen das Feld. Als einziger Schweizer in der Gruppe feuerten mich viele Zuschauer an. Besonders motivierte mich mein Götti auf dem Flüelapass.
Auf dem letzten Bergpreis vor dem Schlussanstieg, 40 km vor dem Ziel, glaubte ich daran, dass wir durchkommen. Meine Kräfte waren aber schon ziemlich am Ende. Im Schlussanstieg nach Serfaus musste ich mein Tempo fahren. Mit den letzten Reserven rettete ich mich als 15. noch vor den ersten des Feldes ins Ziel. Die grosse Müdigkeit weicht langsam dem Stolz über meine starke Leistung...

16. Juni, Tour de Suisse

Der Empfang am Start in Tobel-Tägerschen war umwerfend! Mit lauten Sprachchören wurde ich auf die Bühne zum Einschreiben gerufen. Es war so schön die vielen bekannten Gesichter zu sehen, dass ich gerne noch eine Weile dort geblieben wäre.
Vom Start weg versuchten wir die Gruppe zu erwischen. Das wollten heute so viele, dass richtig Tempo gebolzt wurde. Motiviert durch die Unterstützung meiner Fans, besonders am Rüetschberg, attackierte ich fleissig mit. Plötzlich wurde das Rennen in Bauma neutralisiert. Wegen eines Sturzes war hinter dem Feld kein Rennerzt mehr präsent. Danach fühlte ich mich nicht mehr so gut.
Den schweren Anstieg nach Malbun kämpfte ich im Gruppetto hoch, damit ein paar Kräfte für morgen übrig bleiben. Ich werde nochmals versuchen, in die Fluchtgruppe zu kommen.

15. Juni, Tour de Suisse

Gleich die erste Attacke sorgte für die heutige Spitzengruppe. Vom Team NetApp war Jan dabei. Somit hatte ich einen ruhigeren Tag als erwartet :-)
Die Fahrt durch mein Trainingsgebiet war grandios. Das OK von Tobel-Tägerschen hat super Arbeit geleistet und die Leute an die Strassen geholt. Ich bin noch nie so schnell durch den Hinterthurgau geradelt, doch die Kulisse ließ mich die Anstrengungen vergessen.
Nachdem wir Jan eingeholt hatten, schlug ich bei der Sprintwertung in Aadorf zu. Ich bin stolz, dass mich so viele Leute unterstützten. Ganz speziell mein Fan-Club bei der Wähen-Alp. Im Schlusssprint reichte die Kraft nicht mehr für einen Spitzenplatz, doch unser Team hatte erneut einen super Auftritt.
Dies sind Tage, für die ich bei Wind und Wetter auf's Rad steige, um zu Trainieren. Vielen Dank!!!

14. Juni, Tour de Suisse

Mit der heutigen Etappe können wir sehr zufrieden sein. Nach dem Start versuchten wir in die Fluchtgruppe zu kommen. Nach einigen versuchen schaffte es Jeje mit 2 Leuten weg zu kommen. Seine super Leistung bis zur Einholung wurde mit der Auszeichnung zum aktivsten Fahrer belohnt.
Das Finale war perfekt für uns. Die besten Sprinter fielen ab, doch es blieb noch eine größere Gruppe zusammen. Daryl holte einen starken 10 Platz und mit Bartosz und mir kamen nochmals 2 in die ersten 20.
Ich freue mich schon auf morgen, wenn es nach Hause geht...

13. Juni, Tour de Suisse

Die schwere dritte Etappe war kurz und heftig oder in Zahlen, 108 km mit 2 Pässen und 3000 Höhenmetern. Nachdem wir gestern sahen, dass es mir nicht reicht, um ganz vorne mit zu fahren, ließ ich mir heute eine Kamera vom Schweizer Fernsehen ans Rad montieren. Die zusätzlichen 380 Gramm merkte ich kaum. Hoffentlich sind ein paar schöne Bilder inmitten des Feldes entstanden. Wobei ich das beim heutigen Wetter bezweifle.
Nach dem Start bildete sich eine große Spitzengruppe. Von NetApp war Daryl, unser neuer Teamkollege mit dabei. Er zeigte eine sehr starke Leistung.
Den Grimselpass hinauf, zum ersten der beiden Bergpreise, wurde das Wetter immer schlechter. Der Regen und der dichte Nebel machten die Abfahrt zu einem halben Blindflug und das Feld zerfiel in mehrere Teile. Cesare und ich verblieben in der ersten Gruppe. Als es dann in den Anstieg zur großen Scheidegg ging, fiel auch diese auseinander. Eine Zeit lang konnte ich das Tempo mitgehen, fiel dann aber zurück in ein Gruppetto. Der Weg führte durch landschaftlich wunderschönes Gebiet, das ich vorher  noch nie gesehen habe. Alpen, Felswände und sogar Gletscher gab es zu sehen. Zum Glück trocknete es wieder ab. So war die gefährliche Abfahrt ins Ziel nicht ganz so schlimm.
Nun ist es wichtig, sich zwischen den Etappen gut zu erholen. Die Rundfahrt dauert ja noch einige Tage und wir kommen meiner Heimat immer näher. Für mich ist dies eine zusätzliche Motivation.

12. Juni, Tour de Suisse

Die erste schwere Bergetappe ist überstanden. Der Nufenenpass, das Dach der Tour, war kein Problem. Alle Fahrer hielten sich still.
Beim Aufstieg nach Crans-Montana ging es dafür richtig zur Sache. Nach einigen Kilometern musste ich reissen lassen und mein eigenes Tempo fahren.
Morgen wird es nochmals sehr schwer. Dabei werde ich als Kameramann für das Schweizer Fernsehen versuchen, euch möglichst schöne Bilder von der Etappe zu zeigen :-)

11. Juni, Tour de Suisse

Endlich erfolgte der langersehnte Start zur Tour de Suisse. Bei der Streckenbesichtigung des gut 7 km langen Zeitfahrens regnete es noch, doch zum Glück trocknete es schnell wieder ab.
Ich fand einen guten Rhythmus und kam technisch sehr gut durch. Auf die Spitzenfahrer fehlte aber trotzdem viel.

5. Juni, GP Gippingen

Gelungener Auftritt beim ersten Rennen in der Schweiz dieses Jahr.
Gippingen ist eines meiner Lieblingsrennen. In der 2. von 15 Runden konnte ich mich mit 6 weiteren Fahrern vom Feld absetzen. Im Trikot der Nationalmannschaft bekam ich besonders viel Beifall und Zurufe der zahlreichen Fans. Zudem gab mir mein Fan-Club zusätzliche Energie. Der Vorsprung wuchs auf 4 Minuten, ehe das Team Miche im Feld Tempo machte. Wir wehrten uns gegen die Einholung, doch der Vorsprung schmolz bei den hohen Temperaturen dahin. Langsam fiel unsere Gruppe auseinander und in der zweitletzten Runde wurden wir eingeholt. Ich wurde gleich durchgereicht und beendete das Rennen vor der letzten Runde.
Mein Nati-Teamkollege Michi Albasini setzte sich derweil in einer sechser Gruppe ab. Er gewann den Sprint und belohnte mit dem Sieg meine Anstrengungen in der Fluchtgruppe!

22. Mai, Tour of California

Wir versuchten nochmals alles, um einen Fahrer vom Team NetApp in die Fluchtgruppe zu bringen. Gotti, Jan, Bartosz und ich wechselten uns ab mit attackieren. Nach vielen Versuchen gelang es Jan, sich abzusetzen. Er gewann erneut die Auszeichnung des aktivsten Fahrers.
Danach war es eine recht ruhige Etappe, bis auf dem Massensprint. Ich hielt Timon, der sich heute auf den Sprint konzentrierte, so lang es ging aus dem Wind. Gut einen Kilometer vor dem Ziel zog er an mir vorbei und zeigte einen guten Sprint.
Nun freue ich mich morgen wieder nach Hause zu fliegen, auch wenn es eine lange Reise wird.

21. Mai, Tour of California

Das Profil der 120 km kurzen Etappe ist schnell beschrieben. Vom Start weg 1000 Höhenmeter hinauf, eine Abfahrt und nochmals 2000 Höhenmeter hinauf ins Ziel. Ich versuchte so lange wie möglich bei der ersten Gruppe zu bleiben. 15 km vor dem Ziel fiel ich zurück und pedalte locker ins Ziel, wobei das bei bis zu 20 Prozent Steigung gar nicht so einfach war.

20. Mai, Tour of California

Das Zeitfahren ging ich ruhig an und fuhr nicht ans Limit, um ein paar Kräfte für die folgende schwere Bergetappe zu sammeln.

19. Mai, Tour of California

Heute standen erneut 2500 Höhenmeter auf dem Programm, aber auf mehr Berge als gestern verteilt und über lange 220 Kilometer. Mir lief es gut und ich hielt mich stets in der ersten Gruppe des Feldes. Bei einem Sturz 15 Kilometer vor dem Ziel musste ich stark abbremsen. Es entsatnd eine Lücke im Feld, die leider nicht mehr zu schliessen war. Schade, den diese Etappe war die Chance für ein gutes Ergebnis. Gotti kam besser durch und holte für unser Team NetApp einen starken 10 Rang.
Da es beim Start stark bewölkt war, verzichtete ich auf Sonnencr?me. Ein Fehler, wie sich nach einigen Kilometern herausstellte. Meine Arme sind rot und schmerzen. Morgen kommt Creme drauf!

18. Mai, Tour of California

Die bergige Etappe mit 2500 Höhenmeter wurde sehr sportlich gefahren. Ich hatte zu Beginn des längsten Anstieges einen platten Hinterreifen. Danach hatte ich bei dem Tempo keine Chance wieder nach vorne zu kommen.

17. Mai, Tour of California

Die 200 km waren mehr oder weniger flach. Regen und starker Wind, der oft von vorne kam, sorgten für einen langen Tag. Jan fuhr vom Start weg in der Spitzengruppe und gewann die Auszeichnung des aktivsten Fahrers. Eine starke Leistung!
25 km vor dem Ziel verlor mein Vorderrad Luft. Als ich nach dem Radwechsel wieder zum Feld aufschloss, kam eine Rechtskurve und es ging vollgas auf die Windkante. In einer der letzten Gruppen hatte ich wacker zu kämpfen, um wieder zum Feld auf zu schließen. Im hektischen Massensprint unterstützten wir Schilli, der leider stürzte und sich tiefe Schürfungen holte.
Morgen folgt eine bergige Etappe mit Bergankunft. Ganz in der Nähe vom Hauptsitz von NetApp. Die Tage vor der Rundfahrt haben wir uns die schwere Zielankunft in Augenschein genommen.

16. Mai, Tour of California

Der Start der 2. Etappe wurde wegen Eisglätte und Schnee um rund 90 km, weg vom Hochgebirge, verschoben. Damit blieben noch 125 km meist abwärts zu fahren. Timon riss kurz nach dem Start mit einer Gruppe aus und fuhr fast bis zum Ziel vorne weg. Dies war für uns sehr wichtig, da das Rennen live im TV übertragen wird.
Ich sollte mich auf den Massensprint konzentrieren, aber ich konnte mich heute nicht durchsetzen. Auf den zum Teil nassen, kurvigen Schlussrunden kam ich nicht nach vorne.

15. Mai, Tour of California

Die letzten Tage in Lake Tahoe auf 1800 m über Meer waren genial. Strahlend blauer Himmel, schneebedeckte Berge, endlose Wälder, der See mit kristallklarem Wasser und Temperaturen zwischen 15-20 Grad.
In der Nacht zur ersten Etappe kehrte leider der Winter zurück. Es schneite immer wieder und die Temperaturen lagen um den Gefrierpunkt. Die Organisatoren wollten uns nach dreistündiger Wartezeit tätsächlich auf eine verkürzte Strecke schicken.

Mir bereitete vor allem die Abfahrt kurz vor dem Ziel Sorgen. Während den Trainings ist mir aufgefallen, dass hier in den Kurven keine Leitplanken oder etwas ähnliches vorhanden ist. Zum Glück gelang es den Rennfahrern die Organisatoren zu überstimmen und das Rennen wurde abgesagt. Die Fahrt im Auto über die Rennstrecke ins nächste Hotel wurde dann zu einem winterlichen Abenteuer. Ein Radrennen wäre unmöglich gewesen!

1. Mai, Frankfurt

Für den Halbklassiker in Frankfurt nahmen wir uns als höchst eingestuftes deutsches Team viel vor. Jeje und ich sollten uns fürs Finale schonen, alle andern mussten in die Fluchtgruppen. Dies auch wegen der live Fernsehübertragung.
Die ersten 100 km lief es mir gut, doch dann wurden meine Beine schwer. Während meine Teamkollegen Gotti und Jeje fleißig attackierten, kämpfte ich, um an der ersten Gruppe dran zu bleiben.
Als klar war, dass es zum Sprint kommt, setzten wir auf mich. Jeje fuhr mit mir am Hinterrad als erster um die letzte Kurve, 800 m vor dem Ziel. Ein weiter Weg und mir war klar, dass ich warten muss. Als die Konkurrenten von hinten kamen, drückte ich mit einem Antritt in die Reihe und hielt meine Position. Auf den letzten Metern legte ich nochmals zu, doch die Ziellinie kam schnell. Mit dem 9. Platz sind wir zufrieden. Darauf lässt sich aufbauen.

25. April, Rund um Köln

Endlich schaute wieder einmal etwas zählbares für unser Team heraus, was wir uns mit einem starken Auftritt verdienten. Jeje vertrat das Team NetApp in der 5 Mann Spitzengruppe des Tages. Als diese eingeholt wurde, sprang Gotti bei vielen Attacken mit und hinterließ einen sehr starken Eindruck.
Als klar war, dass es zum Massensprint kommt, entschlossen wir uns, für mich zu fahren. Dimi half mir in eine gute Position und meine Kraft reichte noch für den 7. Rang. Somit konnte ich nach einer langen Durststrecke wieder ein bisschen Selbstvertrauen tanken.

17. April, Tro-Bro Leon

Beim zweiten Rennen in der Bretagne führten gut 30 km der total 205 über Naturstrassen, ähnlich wie Eroica Strade Bianche in Italien. Eine sehr spezielle Erfahrung.
Wir verpassten die Spitzengruppe zu Beginn des Rennens. Danach war ich mit meinen Teamkollegen 150 km lang damit beschäftigt, an der Spitze des Feldes für Tempo zu sorgen. Dies hatte den Vorteil, das wir vorne in die Naturstrassen Sektoren hineinfuhren. Der Vorsprung pendelte zwischen einer und eineinhalb Minuten. Als nach 150 km ein Sektor am andern folgte, fiel ich immer weiter zurück und schließlich aus der ersten Gruppe raus. Die Spitzengruppe wurde wieder gestellt und Bartosz landete auf dem 19. Platz.
Als ich vor dem Duschen in den Spiegel schaute, kannte ich mich selbst nicht mehr. Heute habe ich viel Staub und Dreck gefressen.

16. April, Tour de Finistere

Das hügelige Rennen in der Bretagne kam uns vom Profil her entgegen. Vom Start weg wurde laufend attackiert. Die Franzosen greiffen an, bis sie vom Rad fallen. Wir waren aufmerksam und wechselten uns beim Mitspringen ab.
Nach gut 100 km setzten sich 5 Fahrer ohne unsere Beteiligung ab. Das Feld hatte sich zu diesem Zeitpunkt etwa halbiert und wir waren noch zu fünft. Bartosz und ich beschlossen, die Nachführarbeit aufzunehmen. Als es nach knapp 150 km auf die vier Zielrunden a 8.7 km ging, hatten wir den Vorsprung auf 30 Sekunden runter gedrückt. In der steilen Rampe vor dem Ziel klinkte ich aus. Meine Kräfte waren aufgebraucht und morgen ist ja nochmals ein Rennen.

13. April, Brabantse Pijl

Es reichte noch nicht, um vorne mitzuhalten. Ich versuchte auf den fünf schweren Zielrunden Bartosz in eine gute Position zu bringen. Dies gelang mir vor der ersten Passage des Berges mit Pavé. Danach verlor ich am Aufstieg viele Positionen und kam nie mehr nach vorne. In der drittletzten Runde fiel ich aus der ersten Gruppe und gab das Rennen auf.

7. April, GP Pino Cerami

Erneut lief es ein wenig besser. Zu Beginn fand ich für einige Kilometer in einer Spitzengruppe Unterschlupf. Als wir wieder gestellt wurden, setzte sich Dimi mit vier Leuten ab und prägte lange Zeit das Geschehen an der Spitze. Im Feld war es ruhig, bis Vacansoleil nach 80 km bei der Verpflegung aufs Tempo drückte. Das war nicht gerade die feine Art! Ich war aufmerksam und blieb in der ersten rund 30 Mann umfassenden Gruppe, den Verpflegungsbeutel musste ich aber abschreiben. Vacansoleil brach das Unterfangen ab und das Feld rollte wieder zusammen.
Auf den drei schweren Zielrunden gingen mir langsam die Körner aus. Nach 170 von 200 km platzte ich mit einer Gruppe ab und fuhr locker ins Ziel.

6. April, Scheldeprijs

Bei super Wetter startete ich in Belgien mein zweites Rennen nach dem Höhentrainingslager. Der flache Parcours war gespickt mit ein paar Kopfsteinpflaster-Passagen, wobei das Pflaster glücklicherweise in einem gutem Zustand war. Mir ging es besser als in Mergelland letzten Samstag. Auf den letzten 50, der 200 km, wurde es richtig schnell und es gab einige Stürze. Bis dahin ging es mir gut.
Auf den letzten 5 km liess der Fahrer zwei Positionen vor mir reissen und ich war auch weg vom Feld. Noch ein, zwei Rennen und dann bin ich wieder dabei ;-)

2. April, Hel van het Mergelland

Nach einem Monat mit Training stand ich endlich wieder am Start eines Rennens. Mergelland wird auch als das kleine Amstel Gold Race bezeichnet. Auf kleinen Strassen geht es ständig rauf und runter. Dazu ist der Kurs sehr verwinkelt. Cesare vom Team NetApp zeigte eine sehr starke Leistung. Er fuhr vom Start weg in der Spitzengruppe und erreichte das Ziel nach einer 160 km langen Flucht noch mit den Ersten.
Ich hatte nach der langen Rennpause mit den vielen Rhythmuswechseln zu kämpfen. Als das Feld kleiner und kleiner wurde, fiel auch ich nach ca. 150 km zurück. Ein Streckenstück mit Windkante direkt nach einem Hügel wurde mir zum Verhängnis.

19. März, Anerkennungspreis von Aadorf

Mit grosser Freude habe ich gestern Abend, 18. März, vom Gewinn des Aadorfer Anerkennungspreises 2010 erfahren. Leider war es mir dieses Jahr wegen des Höhentrainingslager in Sierra Nevada nicht möglich, persönlich anwesend zu sein. Mein Bruder Thomas hat mich bestens vertreten. Der Preis ist auch sein Verdienst. Zudem durfte ich 2010 auf die starke Hilfe meines Vaters zählen. Ich wünsche mir dieses Jahr einen grossen Erfolg, den ich ihm widmen kann. Die Verleihung des Aadorfer Anerkennungspreises gibt mir Motivation, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen.
Herzlichen Dank für die Unterstützung an alle Sponsoren und Fans. Am 15. und 16. Juni werde ich voraussichtlich mit der Tour de Suisse durch Aadorf rollen. Es würde mich freuen, ganz Aadorf am Strassenrand zu sehen. Pusht mich zu einer Höchstleistung!

13. März, Trainingslager Sierra Nevada

Um für die kommenden Aufgaben gerüstet zu sein, bin ich mit vier Teamkollegen für 18 Tage in der Sierra Nevada im Höhentrainingslager. Wir schlafen auf 2300 Meter über Meer. Je nach Trainingseinheit fahren wir mit dem Auto bis nach Granada hinunter oder starten das Training direkt von hier oben aus. Bei Trainings bis 7 Stunden kommen da über 3000 Höhenmeter zusammen. Genau das Richtige, um an der Form zu feilen ;-)

9. März, Trainingslager Sierra Nevada

Mich hat es zusammen mit Bartosz voll flach gelegt. Vom ersten Tag an in der Höhe ging es mir mies. Ich hatte weder Kraft noch Lust etwas zu machen, war den ganzen Tag am Anschlag. Zweimal wurde es mir richtig schwarz vor Augen, sodass ich mich abstützen musste. Anfangs dachte ich, es liegt an der Höhe. Ein Besuch beim Arzt zeigte aber Fieber und eine Infektion im Rachen. Nun müssen wir Antibiotika nehmen. Das Fieber ist weg und langsam habe ich wieder Energie um etwas zu machen.

2. März, GP Le Samyn

Der Wind erwies sich als Hauptschwierigkeit bei diesem Rennen in Wallonien. Bei der Hälfte der 193 km verpassten wir vom Team NetApp eine grosse Spitzengruppe. Zusammen mit Leopard mussten wir die Lücke schliessen. Das Feld fiel in drei Teile auseinander. Als wir fast an der Gruppe dran waren, erwischte ich einen Plattfuss am Hinterrad. Die Begleitfahrzeuge wurden hinter dem dritten Teil des Feldes zurückgehalten und so musste ich endlos lange auf ein Ersatzlaufrad warten. Das Rennen war dadurch leider gelaufen.
Morgen reise ich mit fünf Teamkollegen von Belgien nach Spanien. Genauer gesagt nach Sierra Nevada ins Höhentrainingslager.

24. Februar, Vuelta Andalucia

Im  letzten Abschnitt kletterten die Temperaturen auf über 25 Grad. Wir mussten nicht so hoch klettern, doch das Finale war mit einer 20% steilen und rund 200 Meter langen Rampe auf dem letzten Kilometer schön hart.
Jan zeigte eine besonders starke Leistung. Er schaffte den Sprung in die Spitzengruppe. Am Ende wurde diese, wie so oft, wieder gestellt. Da sich Schorni nicht so gut fühlte und Bartosz schmerzen vom gestrigen Sturz hatte, fuhren wir für mich. So kam ich dank der Hilfe unseres Teams in einer guten Position in die Rampe hinein. Ich konnte das Tempo mitgehen, aber nicht mehr zusetzen, um Plätze zu gewinnen.
Mit dem 18. Rang bin ich zufrieden, da ich mich an dieser Rundfahrt von Tag zu Tag steigern konnte. Leopold blieb an meinem Rad und hat dadurch einen Platz im Gesamtklassement gewonnen. Der 12. Gesamtrang bei dieser Besetzung ist gut.

23. Februar, Vuelta Andalucia

Die letzte Nacht verbrachten wir im Hotel Almoratin auf 1345m über Meer. Die Fahrt dahin und wieder zurück zum heutigen Start war mühsam, dafür wurden wir mit einer herrlichen Aussicht belohnt.
Das 4. Teilstück war mehrheitlich flach, auf breiten langen Strassen, wie man sie von der Vuelta kennt. Mit 45 km/h lag das Stundenmittel entsprechend hoch. Das Wetter ist wie bei uns im Sommer, wenn wir dann mal einen haben. Keine Wolke am Himmel bei 25 Grad. Ich hatte meinen bisher besten Tag. Ob es daran lag, dass ich letzte Nacht bei der Kälte in den Bergen mit meinen Skins Hosen geschlafen habe?
Im Massensprint fuhr ich mit Schorni an meinem Hinterrad bis gut einen Kilometer vor dem Ziel von Position 30 bis in die ersten 10. Dann war ich leer und rollte locker ins Ziel. Schade holten wir erneut keinen Spitzenplatz.

22. Februar, Vuelta Andalucia

Heute war es nicht mehr so schwer wie gestern. Ich versuchte zu Beginn in der Fluchtgruppe unter zu kommen. Es sah ein paarmal vielversprechend aus, doch schlussendlich machten sich andere aus dem Staub. Als die Gruppe weg war, wurde es ruhiger.
Am Ende kam es zum Massensprint. Ich unterstützte Schorni. 3 km vor dem Ziel setzte ich ihn in guter Position am Hinterrad von Freire ab. Leider wurde er später abgedrängt und kam nicht mehr zum Sprinten.

21. Februar, Vuelta Andalucia

Die gut 3000 Höhenmeter sprechen für sich. Wir fuhren von der wunderschönen Küstengegend Andalusiens ins Land hinein und wieder zurück an die Küste. Dazwischen waren drei Pässe, wobei vor allem der erste, der Puerto de Polopos mit 1000 Höhenmetern sehr schwer war. An diesem Berg verlor ich den Kontakt zum ersten Feld.
Leopold erreichte das Ziel zusammen mit Bartosz in der ersten Gruppe und ist in der Gesamtwertung auf dem guten 13. Zwischenrang.

20. Februar, Vuelta Andalucia

6.3 km des 6.8 km langen Parcours waren perfekt für das Zeitfahrrad. Die letzten 500 m allerdings führten auf Kopfsteinpflaster steil hinauf ins Ziel. Einige gingen so weit, dass sie auf den letzten 500 m auf das normale Rad wechselten. Für uns war dies keine Option.
Ich war unten an der Steigung im Elend und stand dann hinauf entsprechend still. Jan fuhr eine starke Zeit und landete auf Platz 12.
Morgen folgt die wohl schwerste Etappe der Rundfahrt.

10. Februar, Trofeo Magaluf

Nach rund 80 km war mein Rennen schon vorbei. In einer Abfahrt war der Belag in einer langgezogenen Linkskurve im Schatten noch feucht. Ein paar Fahrer, darunter auch ich, rutschten weg. Ausser Schürfungen blieb ich ganz, das Velo ging aber zu Bruch.
Die Verhältnisse waren heute sehr schwierig. Die vielen Kurven, mit teilweise feuchtem Asphalt, führten zu vielen Stürzen.

8. Februar, Trofeo Inca

Das 3. Eintagesrennen führte in die Berge. Dimi fand beim schnellen Beginn in einer vierköpfigen Spitzengruppe Unterschlupf. Schade warf ihn ein Defekt später wieder zurück.
Beim ersten Berg, dem 5 km langen Coll de Soller, nach 100 der 170 km, konnte ich den Kontakt zur Spitze halten. Unter voller Belastung spürte ich keine Schmerzen im Knie. In der Abfahrt riss das Feld auseinander und ich war hinten. Die Form hätte aber noch nicht gereicht, um beim 14 km langen Puig Major, dem höchsten Berg auf Mallorca, etwas auszurichten.
Morgen habe ich einen Ruhetag, bevor es übermorgen mit einem welligen Kurs, welcher mir liegen sollte, weiter geht.

7. Februar, Trofeo Cala Millor

Nachdem sich gestern mein Landsmann Michi Bär in der Spitzengruppe in Szene setzte, zeigte sich heute unser Ami Steven in einer drei Mann umfassenden Spitzengruppe.
Ich hatte etwas mehr Mühe mit dem linken Knie als gestern. Am Ende gab es wieder einen Massensprint. Wir arbeiteten gut zusammen und Schorni holte einen guten Top Ten Platz heraus.

6. Februar, Trofeo Palma

Das erste Rennen der Mallorca Challenge war optimal zum Einrollen. Der flache Rundkurs a 11.6 km in Palma musste 10-mal absolviert werden.
Während den letzten Tagen bekam ich zu Hause in der Kälte Schmerzen im linken Knie. Unser Teamarzt hat mich super massiert und mein Knie mit einem stützenden Klebeband geschmückt. Damit kam ich gut über die Runden.
Für's erste Rennen haben wir uns als Team schon gut unterstützt. Schade war unser Sprinter schon
500 m vor dem Ziel im Wind, was uns eine Top Platzierung kostete.

25. Januar, auf in die neue Saison

Nach einer langen und traurigen Zeit, in der ich von meinem Vater  Abschied nehmen musste, fand ich wieder Lust, einen Bericht zu schreiben.
Zur Zeit bin ich mit dem Team NetApp für zwei Wochen  im Trainingslager auf Mallorca. Das Klima hier ist optimal um diese Jahreszeit. Nach einer Woche mit langem Grundlagentraining, folgen nun kürzere, dafür intensivere Einheiten. Einzig für den Morgensport vor dem Frühstück kann ich mich nicht motivieren.
Da einige unserer Materialausrüster wie Simplon, SRM, Bio Racer, und Skins anwesend sind, können wir unsere Eindrücke direkt an sie weitergeben. Zudem zeigen sie uns Möglichkeiten auf, das Material optimal zu nutzen. Vom Teamdoktor bekamen wir interessante Informationen über die Ernährung, um noch ein bis zwei Prozent mehr Leistung rausholen zu können. Ansonsten verbringe ich viel Zeit mit meinem Zimmerpartner Jesus. Unser Spanier muss Englisch lernen und ich kann ihm dabei über das Italienisch, das dem Spanisch sehr nahe kommt, helfen.
Wir sind super aufgestellt und freuen uns auf den Saisonstart.